Aktien USA - Politische Spannungen mit Russland belasten Wall Street

Die geopolitische Lage und Unsicherheit über die bevorstehenden Firmenbilanzen haben auf die Stimmung an der Wall Street gedrückt.
12.04.2017 22:35
Die Sorge um die weltpolitische Lage lassen die Händler am Mittwoch an der Wall Street zögern.
Die Sorge um die weltpolitische Lage lassen die Händler am Mittwoch an der Wall Street zögern.
Bild: Bloomberg

Wie in den vergangenen Tagen machten sich Investoren wegen der amerikanisch-russischen Spannungen Sorgen. Zudem gibt es mit Nordkorea einen weiteren Konfliktherd. Zuletzt forderte der chinesische Präsident Xi Jinping von seinem US-Kollegen Donald Trump, den Konflikt friedlich beizulegen. In Moskau bekam US-Aussenminister Rex Tillerson bei seinem Besuch einen frostigen Empfang. Auch nach Treffen mit seinem Kollegen Sergej Lawrow und Präsident Wladimir Putin wurde deutlich, dass die Differenzen nach wie gross sind.

Angesichts der Unsicherheit kletterte der Goldpreis auf den höchsten Stand seit November. Auch der Volatilitätsindex VIX, der als Angstbarometer der Wall Street gilt, zog deutlich an. Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten fiel um 0,3 Prozent auf 20'591 Punkte, während der S&P 500 um 0,4 Prozent auf 2344 Stellen nachgab. Beim Nasdaq-Index betrug das Minus 0,5 Prozent auf 5836 Zähler.

Die nächsten wichtigen Impulse dürften von Konzernbilanzen kommen: Am Donnerstag legen mit J.P. Morgan, Citigroup und Wells Fargo gleich drei Schwergewichte der Finanzbranche ihre Zahlen vor. Am Mittwoch zweifelten Investoren erneut, ob die jüngste Rally gerechtfertigt war. Der S&P-Unterindex für die Bankenbranche gab um 0,9 Prozent nach.

Blackberry nach Sieg in Lizenzstreit gesucht

Einen Kurssprung von 16 Prozent gab es für das kanadische High-Tech-Unternehmen Blackberry, das bis heute für seine wegweisenden Smartphones bekannt ist. Die Firma bekam in einem Streit über Lizenzgebühren mit dem US-Chiphersteller Qualcomm von einem Schiedsgericht mehr als 800 Millionen Dollar zugesprochen. Qualcomm-Papiere gaben um 3,5 Prozent nach.

Aktien der Fluggesellschaft Delta gewannen 0,5 Prozent. Das Unternehmen schrieb im abgelaufenen Quartal einen höheren Gewinn als erwartet.

Die in New York notierten Papiere von BHP Billiton verloren hingegen 4,7 Prozent. Der weltgrösste Bergbaukonzern lehnt die Umbauvorschläge seines Grossaktionärs Elliott ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 766 Millionen Aktien den Besitzer. 924 Werte legten zu, 1993 gaben nach und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 872 Werte im Plus, 1945 im Minus und 214 unverändert.

Die US-Staatsanleihen wurden im späten Handel von US-Präsident Donald Trumps Aussage getrieben, ihm gefalle eine Niedrigzinspolitik. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 14/32 auf 99-29/32. Sie rentierten mit 2,26 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 15/32 auf 101-28/32 und hatten eine Rendite von 2,9 Prozent.

(Reuters)