Aktien USA - Präsidentenwahl in Frankreich lähmt die Investoren

Am letzten Handelstag vor der Wahl in Frankreich haben sich Aktienanleger weltweit mit Käufen zurückgehalten. In New York notierten die Börsen etwas schwächer. In Europa traten die Kurse auf der Stelle.
21.04.2017 22:30
Kaninchen vor der Schlange: An der Wall Street trauen sich die Händler vor der Frankreich-Wahl nicht aus der Deckung.
Kaninchen vor der Schlange: An der Wall Street trauen sich die Händler vor der Frankreich-Wahl nicht aus der Deckung.

Vor der Präsidentschaftswahl am Sonntag in Frankreich wollten Investoren keine grossen Wetten eingehen, sagten Händler. Schliesslich lägen vier Kandidaten dicht beieinander, darunter Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National und Jean-Luc Melenchon von den Linken. Beide wollen über einen Ausstieg Frankreichs aus der EU abstimmen lassen. "Nach dem Brexit-Votum muss sich jeder Sorgen machen", sagte Joe Saluzzi von Themis Trading. "Die Leute investieren nicht, wenn sie nervös sind." Für zusätzliche Verunsicherung sorgte der wohl islamistisch motivierte Anschlag auf den Pariser Champs-Elysees.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 20'548 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 2349 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 5910 Punkte. Auf Wochensicht legte der Dow 0,5 Prozent zu, der S&P gewann 0,9 Prozent und der Nasdaq-Index sogar 1,8 Prozent.

Neben den politischen Faktoren stehen an der Wall Street aber auch Firmenbilanzen im Fokus. Von den 82 Konzernen aus dem S&P 500, die bislang Zahlen vorlegten, haben 75 Prozent die Analystenprognosen übertroffen. Das liegt über dem Schnitt der vergangenen vier Quartale. Insgesamt erwarten Analysten bei den S&P-Unternehmen im Schnitt einen Gewinnzuwachs von 11,1 Prozent. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2011. "Die Berichtssaison bislang war unglaublich", sagt Randy Frederick, Vizepräsident für den Handel bei Charles Schwab.

Spielzeugkönig Mattel taucht

Unter den Einzelwerten gaben die General-Electric-Aktien 2,4 Prozent nach. Der Siemens-Rivale hat im ersten Quartal Geld im Industriegeschäft verloren. Mattel-Papiere sackten um 13,6 Prozent ab und fielen auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief. Der weltgrösste Spielzeughersteller mit Marken wie Barbie und Fisher Price hat im Quartal einen unerwartet hohen Verlust angehäuft und seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gekappt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 930 Millionen Aktien den Besitzer. 1318 Werte legten zu, 1565 gaben nach, und 183 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 1163 im Plus, 1636 im Minus und 249 unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die zehnjährigen Staatsanleihen unverändert bei 100-2/32. Sie rentierten mit 2,24 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 7/32 auf 101-31/32 und hatten eine Rendite von 2,9 Prozent.

(Reuters)