Aktien USA - Trumps Steuerpläne lassen US-Börsen kalt

Die Steuerpläne der Regierung von US-Präsident Donald Trump lassen die US-Börsen weitgehend kalt. Die Regierung in Washington will vor allem die Unternehmen massiv entlasten, die Firmensteuer wird auf 15 Prozent gesenkt.
26.04.2017 22:30
Werden Trumps Steuerreformen auch vom Kongress goutiert? Der Händler an der Wall Street scheint seine Zweifel zu haben.
Werden Trumps Steuerreformen auch vom Kongress goutiert? Der Händler an der Wall Street scheint seine Zweifel zu haben.
Bild: Bloomberg

Auch sollen Abgaben auf im Ausland erwirtschaftete Erträge gesenkt werden. Damit sollen die Betriebe dazu bewegt werden, ihre Gewinne in die USA zurückzuholen.

Das Versprechen von US-Präsident Donald Trump, die Steuern massiv zu senken, hat die jüngste Rally der US-Börsen angeheizt. Entscheidend ist nach Einschätzung von Experten nun, ob es gelingt, das Vorhaben durch den Kongress zu bekommen. "Es ist schwer zu sagen, ob es gelingt", sagte Jack Ablin, Chefinvestor bei BMO Private Bank. "Es wird sicherlich nicht schnell gehen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent im Minus bei 20'975 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 notierte unverändert bei 2387 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verharrte bei 6025 Stellen. Seit den US-Präsidentschaftswahlen im November haben die Börsen wegen der Spekulationen auf einen Trump-Boom weltweit zwischen 10 und 20 Prozent zugelegt.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Thema am Markt waren auch zahlreiche Quartalsbilanzen. "Ein Viertel der Firmen hat Zahlen vorgelegt, und die Mehrheit davon hat die Erwartungen übertroffen", sagte Anlagestratege Emmanuel Cau von der Bank J.P. Morgan. So verteuerten sich die Aktien von Twitter um 8 Prozent, weil deutlich mehr Menschen den Kurznachrichtendienst nutzen. Boeing-Papiere fielen dagegen um 1 Prozent. Der Flugzeugbauer kämpft mit einem rückläufigen Umsatz. Die Papiere des Pampers-Herstellers Procter & Gamble gaben 2,5 Prozent nach. Der starke Dollar und geopolitische Sorgen treiben das Unternehmen um, der Umsatz sank bereits das 13. Quartal in Folge.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,96 Milliarden Aktien den Besitzer. 1705 Werte legten zu, 1246 gaben nach und 130 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1741 im Plus, 1075 im Minus und 225 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 8/32 auf 99-17/32. Sie rentierten mit 2,307 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 100-26/32 und hatten eine Rendite von 2,963 Prozent.

(Reuters)