Aktien: Was es für eine Stabilisierung braucht

Die Bank of America sagt, was es nach dem Rückschlag an den Aktienmärkten für eine Stabilisierung braucht und wie sich Anleger bis dahin verhalten sollten.
17.10.2014 08:18
Von Lorenz Burkhalter
Der Chefstratege von Merrill Lynch wartet an den Aktienmärkten noch immer auf eine Kapitulation.

Die Korrektur an den Aktienmärkten liess lange auf sich warten, ist nun aber dennoch eingetreten. Innerhalb von gerademal zwei Wochen fiel der amerikanische S&P-500-Index vorübergehend um mehr als 8 Prozent. Am Swiss Market Index gemessen, hatte der Schweizer Aktienmarkt in dieser Zeit sogar einen Rückschlag von rund 10 Prozent zu beklagen.

Während andere Berufskollegen ihre Wunden lecken, befasst sich der Chefstratege der Bank of America Merrill Lynch mit der Frage, was es braucht, damit an den Märkten zumindest eine Stabilisierung einsetzt. Seine Antwort: Damit die Aktienindizes noch im Oktober die Talsohle durchschreiten, bedarf es vor allem solider Unternehmensgewinne.

Sollte es im Laufe der Berichterstattung für das dritte Quartal dennoch zu einer Reduktion der Gewinnschätzungen kommen, hofft der Experte auf weiterhin positive Nachrichten seitens amerikanischer Konsumenten oder auf eine koordinierte Aktion führender Zentralbanken um den ersehnten Stimmungsumschwung herbeiführen.

Noch keine Kapitulation an den Märkten

Es sei erstaunlich, dass der amerikanische S&P-500-Index am 19. September nur 8 Minuten nach dem Börsengang des chinesischen Internethändlers Alibaba seinen Höhepunkt durchschritten habe, so der Stratege. Seit diesem grössten Börsengang in der Geschichte seien die Aktienmärkte auf dem Rückzug und die Zinsen im Fallen begriffen.

Dem Experten zufolge hat die Angst unter den Marktteilnehmern zwar zugenommen. Hinweise darauf findet er in der von 4,6 auf 4,9 Prozent gestiegenen Barmittelquote bei den von der Bank of America Merrill Lynch befragten Vermögensverwaltern sowie in den stark gestiegenen Handelsvolumen. Anhaltspunkte für eine Kapitulation gebe es allerdings noch nicht.

Anlegern, welche sich gegen den Markt stemmen wollen, rät der Chefstratege zum Kauf von Schwellenländeraktien, Rohstoffen, Rohstoffaktien sowie von Aktien kleiner oder konjunkturabhängiger Unternehmen in Europa.

Sofern die Wirtschaft nicht in eine Rezession zurückfällt, setzt der Experte im Hinblick auf das kommende Jahr auf einen starken Dollar und gibt Aktien gegenüber Anleihen den Vorzug. Dies deckt sich mit seinen schon vor Monaten ausgesprochenen Empfehlungen.