Aktiengeschäfte - AMS-Aktionäre müssen bangen - Aktie erneut schwach

AMS weist Berichte wegen angeblich zweifelhafter Aktiengeschäfte zurück. Die Aktie des Sensorenherstellers gibt eine frühe Kurserholung wieder ab. Nur die Behörden können klare Verhältnisse schaffen.
26.06.2020 12:47
Von Lorenz Burkhalter
Alexander Everke ist seit März 2016 CEO von AMS.
Alexander Everke ist seit März 2016 CEO von AMS.
Bild: ZVG

Nachdem das deutsche "Handelsblatt" von Ermittlungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht gegen die AMS-Spitze wegen zweifelhafter Aktiengeschäfte berichtete, spielten sich am späten Donnerstagnachmittag an der Börse teils dramatische Szenen ab. Nach einem Kursrutsch ging die Aktie um gut 16 Prozent tiefer bei 14 Franken aus dem Handel.

Nun wehrt sich der Sensorenhersteller aus Unterpremstätten gegen die Medienberichte und weist diese zurück. Man habe keinerlei Kenntnis einer Untersuchung oder Anfrage seitens einer Aufsichtsbehörde oder vergleichbaren Behörden, stellt das Unternehmen klar.

Es steht Aussage gegen Aussage

Nach einem frühen Vorstoss bis auf 15,11 Franken verliert die AMS-Aktie zur Stunde weitere 2,3 Prozent auf 13,6859 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 12,715 Franken.

Kurseinbruch der AMS-Aktie am Donnerstag im späten Handel (Quelle: www.cash.ch)

Wie aus den Handelsräumen hiesiger Banken verlautet, waren 2019 schon einmal Vorwürfe wegen dubioser Aktiengeschäfte gegen die AMS-Spitze laut geworden, kurz danach allerdings wieder versandet. Nachdem der Sensorenhersteller entschieden gegen die jüngsten Vorwürfe vorgegangen sei, stehe nun Aussage gegen Aussage, so heisst es weiter. Beobachtern zufolge können jetzt nur die Behörden klare Verhältnisse schaffen.

Die Zürcher Kantonalbank führt den harschen Kurseinbruch darauf zurck, dass die Nerven der Anleger nach der Wirecard-Insolvenz blank liegen. Ihres Erachtens lassen sich rein aus den vorhandenen Fakten noch keine negativen Schlüsse ziehen. Dass die Gesellschaft neben einem temporären Reputationsschaden auch einen effektiven finanziellen Schaden davonträgt, hält die Zürcher Bank aus jetziger Sicht für eher unwahrscheinlich. Sie empfiehlt die Aktie wie bis anhin mit "Übergewichten" zum Kauf.

AMS-Aktie eines der diesjährigen Börsenschlusslichter

Etwas das Nachsehen nach dem Kurssturz hat J.P. Morgan. Die US-Investmentbank stufte die AMS-Aktie erst vor wenigen Tagen mit einem Kursziel von 20 (zuvor 15,50) Franken von "Neutral" auf "Overweight" herauf (cash berichtete). Man geht bei J.P. Morgan davon aus, dass die Geschäftsentwicklung bei der übernommenen Osram Licht die Talsohle durchschritten haben dürfte. Die US-Investmentbank ist mit ihrer Kaufempfehlung in guter Gesellschaft. Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zufolge raten zehn von 13 Banken zum Kauf der AMS-Aktie.

Mit einem Minus von gut 64 Prozent seit Jahresbeginn zählt die Aktie aber noch immer zu den diesjährigen Schlusslichtern an der Schweizer Börse.

 
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