Aktienmärkte - Aktien von AMS und GAM stehen weiter massiv unter Druck

Die schon am Vortag abgestraften Titel von AMS und GAM verlieren auch am Mittwoch deutlich an Wert. Mehrere Banken haben die Kursziele gesenkt, auch für eine Reihe anderer Schweizer Aktien.
24.10.2018 12:00
GAM unter CEO Alexander Friedman steht vor schweren Herausforderungen.
GAM unter CEO Alexander Friedman steht vor schweren Herausforderungen.
Bild: cash

Die Aktien des österreichischen Chipherstellers AMS sind auch am Mittwoch unter starkem Druck. Bereits am Vortag hatte der Titel nach schlecht aufgenommenen Zahlen bzw. einem getrübten Ausblick auf das vierte Quartal über einen Viertel an Wert eingebüsst. Zusätzlichen Druck üben nun Zurückstufungen von Analysten aus. So hat J.P. Morgan das Kursziel der volatilen Aktie von 120 auf 45 Franken zusammengestrichen.

Das Umsatzziel für 2019 wie auch das Margen-Ziel für 2020 seien zu optimistisch, glaubt man auch beim Broker Liberum. Weitere Kürzungen seien entsprechend wahrscheinlich. Das Management scheine derzeit auch nicht in der Lage, den schwachen Ausblick auf das vierte Quartal und die Gründe für den darauf folgenden Optimismus adäquat erklären zu können. Die AMS-Aktie zeigt um 11.10 Uhr ein Minus von 9,6 Prozent auf 33,17 Franken. Zuvor war die Aktie bis auf 31,32 Franken gefallen. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index legt indessen um 0,15 Prozent zu.

Die gehandelten Volumen bei AMS sind nicht mehr ganz so hoch wie am Vortag, mit über 600'000 Titel in der ersten halben Stunde aber doch beträchtlich. Die Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf regelrecht abgestürzt. Beim gestrigen Schlussstand betrug der Einbruch knapp 60 Prozent, mit dem jetzigen Kursverlust sind es deutlich über 60 Prozent. Die Aktie erreichte im März einen Spitzenwert von 121 Franken. Meldungen über schwache iPhone-Vorbestellungen und später Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor allgemein hatten den Papieren das ganze Jahr über zugesetzt.

Harsches Urteil über GAM

Kurszielrückstufungen haben auch die Aktien von GAM, Dufry sowie Schindler und Logitech erfahren. Die Reaktion dieser Titel im heutigen Handel ist allerdings nicht einheitlich. Die Aktien von GAM stehen weiterhin schwer unter Druck und verlieren 10,8 Prozent. Der Kurssturz der GAM-Aktie beläuft sich innerhalb von zwei Tagen auf minus 28 Prozent.

"GAM steht vor schwierigen Entscheidungen in Bezug auf strukturelle Kostenmassnahmen, die erforderlich sind, um die Betriebskosten auf die deutlich niedrigere Umsatzbasis auszurichten", schreibt die Bank Vontobel in einem Kommentar. "Gleichzeitig glauben wir, dass GAM eine nachhaltige langfristige Entwicklung des Geschäfts ins Auge fassen muss", so Analyst Andreas Venditti. 

Mehr zu den Zurückstufungen: Bei den Analysten sitzt der Rotstift locker

Der Schindler-Partizipationsschein fällt um 1,6 Prozent, nachdem er gestern 8,6 Prozent nachgegeben hatte. Vontobel hat das Kursziel von 230 auf 215 Franken gesenkt und verweist auf die zunehmenden Schwierigkeiten der Firma, die Margen verbessern zu können.

Die Aktie von Logitech wiederum gibt 1 Prozent ab. Der gestrige Absturz der Logitech-Aktie um10,7 Prozent hatte seine Ursache darin, dass der Ausblick nicht erhöht wurde. Hingegen wird das Geschäft weiterhin von der Entwickling von Gaming-Zubehör angetrieben, entsprechend positiv fallen die Kommentare zum Teil aus.

Die Helvetische Bank schreibt dazu in einem Kommentar, dass Gaming nicht einfach ein Trend sei, sondern ein Megatrend. Ausserdem verweisen die Analysten des Vermögensverwalters auf die hohe und steigende Fähigkeit von Logitech, Cashflows zu generieren sowie die sehr starke Bilanz. Der Logitech-Titel notiert derzeit auf dem tiefsten Stand seit Anfang April. Vor zwei Monaten hatte er ein Allzeithoch erreicht.

(cash/AWP)