Aktienmärkte - Die Chancen auf Jahresendrallye an den Börsen steigen

Die gute Konjunktur- und Anlegerstimmung könnte den Börsen in den nächsten Wochen kräftig Schub verleihen.
26.11.2017 13:45
Vor der Börse in Frankfurt: Der Bulle (rechts) könnte den Bären in den nächsten Wochen in die Knie zwingen.
Vor der Börse in Frankfurt: Der Bulle (rechts) könnte den Bären in den nächsten Wochen in die Knie zwingen.
Bild: Bloomberg

Zumindest grössere Börsenrückschläge sind in den nächsten Wochen nicht zu erwarten. Das sagt Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck in Deutschland. "Historisch betrachtet legten Europas Aktienmärkte zwischen Thanksgiving und Weihnachten in drei von vier Jahren zu. Zusammen mit dem überzeugenden Konjunkturbild spricht dies durchaus noch für eine Jahresendrally in Richtung der alten Hochs an verschiedenen Börsen." 

Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg verwies darauf, dass der Optimismus der Investoren ungebrochen sei. Die Stimmung der Privatanleger sei so gut wie noch nie in diesem Jahr.

In der abgelaufenen Woche legte der Swiss Market Index 1,5 Prozent zu und hatte damit eine der besten Performances der Börsenplätze in Europa. Sein Plus seit Jahresbeginn summiert sich damit auf rund 14 Prozent, etwa gleich viel wie der deutsche Leitindex Dax. Im selben Zeitraum legte das US-Börsenbarometer S&P 500 16 Prozent zu, der Dow Jones um 19 Prozent.

Zusätzliche Impulse könnten von der geplanten US-Steuerreform ausgehen, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Nach den Thanksgiving-Ferien wird sich der Senat hiermit befassen. Allerdings liegen Senat und Repräsentantenhaus mit ihren Vorschlägen noch weit auseinander, so dass es noch unklar ist, ob tatsächlich bis Weihnachten – wie von US-Präsident Donald Trump gewünscht – ein unterschriftsreifer Gesetzesentwurf ausgearbeitet werden kann."

Anhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell

Daneben hält eine Reihe von Konjunkturdaten die Anleger in der neuen Woche auf Trab. Besonderes Augenmerk liegt auf den Inflationszahlen aus Deutschland (Mittwoch) und der Euro-Zone (Donnerstag). "Im November dürfte die Kernteuerungsrate im Euroraum zwar leicht auf ein Prozent gestiegen sein, damit aber weiter deutlich unter dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent liegen", prognostizierte Commerzbank-Analyst Christoph Weil.

Auf dem Terminplan stehen außerdem die Daten zum europäischen Geschäftsklima und zum Wirtschaftsvertrauen (jeweils Mittwoch). Am Dienstag gibt der GfK-Index Hinweise auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher.

Das Highlight in den USA sind die Zahlen zu Einkommen und Konsumausgaben am Donnerstag. Die Käufe der Verbraucher gelten als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Daneben veröffentlicht die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch ihren Konjunkturbericht. Mit Spannung warten Börsianer zudem auf die Anhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell vor einem Ausschuss des US-Senats am Dienstag. Sie erhoffen sich Hinweise auf die weitere US-Geldpolitik.

Am selben Tag beraten wichtige Rohöl-Exportländer über eine Verlängerung der Förderbremse, mit der das weltweite Überangebot eingedämmt werden soll. Da für die Entscheidungsfindung laut Tagesordnung nur drei Stunden eingeplant sind, rechnen Experten mit einer Verlängerung. Unter anderem wegen der Spekulationen hierauf hat sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee in den vergangenen Tagen um etwa eineinhalb auf etwa 63,60 Dollar je Barrel (159 Liter) verteuert. 

(Reuters/cash)