Aktienmarkt-Vorschau - Börsen stehen wohl vor stürmischem Frühjahr

Das Chaos um den Brexit wird Experten zufolge noch eine ganze Weile an den Nerven der Anleger zerren - ebenso die aufgeflammten Rezessionsängste.
25.03.2019 00:47
Staunender Händler an der New York Stock Exchange.
Staunender Händler an der New York Stock Exchange.
Bild: Bloomberg

Das Angebot der EU für einen Aufschub des Brexit reduziere zwar die Gefahr eines ungeordneten Austritts Großbritanniens zum bislang geplanten Termin am 29. März, sagt Anlagestratege Jordan Rochester von der Investmentbank Nomura. "Aber es kann immer noch zu einem 'No Deal'-Brexit kommen, wenn Theresa May dies wünscht - entweder nächste Woche oder am 12. April."

Daneben dürften aufkeimende Rezessionsängste die Börsen beschäftigen. Dafür sorgten zuletzt enttäuschende Konjunkturdaten in Deutschland - und dass am US-Bondmarkt erstmals seit dem Finanzkrisenjahr 2007 die kurz laufenden Anleihen höher als lang laufende Papiere rentierten. Eine solche inverse Zinsstruktur wird von Fachleuten als Vorbote eines nahenden Konjunktureinbruchs gewertet.

Der Swiss Market Index sackte deswegen allein am Freitag um 1,4 Prozent ab. Es reultierte ein Wochenminus von 1,7 Prozent. In New York verlor der US-Leitindex Dow Jones am Freitag 1,8 Prozent und im Wochenvergleich damit 1,3 Prozent.

 

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In Europa bleibt der Brexit das beherrschende Thema. In den kommenden vier Wochen muss die britische Premierministerin May dem EU-Vorschlag zufolge entscheiden, ob ihr Land an den Europawahlen im Mai teilnimmt. Dies gilt für den Fall, dass der ausgehandelte Brexit-Deal im britischen Parlament ein drittes Mal durchfällt.

Davon sei auszugehen, prognostiziert Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Außerdem könnte der britische Parlamentspräsident eine dritte Abstimmung über eine praktisch unveränderte Scheidungsvereinbarung erneut blockieren.

"Weltweite Rezession muss um jeden Preis verhindert werden"

Daneben haben Investoren mit den Nachwehen des trüben Konjunkturausblicks der US-Notenbank Fed zu kämpfen. Zusätzliches Öl ins Feuer gossen am Freitag enttäuschende deutsche Konjunkturdaten. "Eine weltweite Rezession muss um jeden Preis verhindert werden, da die Zentralbanken mit dem Rücken zur Wand stehen und nicht mehr viel Munition haben, um auf konventionellem Wege Geldpolitik betreiben und damit den Börsen im Ernstfall helfen zu können", warnt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Vor diesem Hintergrund verlor der Dax in der alten Woche knapp zwei Prozent.

Angesichts der fragilen Lage der Weltwirtschaft werden Börsianer die Konjunkturdaten in der neuen Woche auf eventuelle Rezessionssignale hin abklopfen. In den USA stehen unter anderem das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Dienstag) sowie die Konsumausgaben (Freitag) auf dem Terminplan. Letzteres gelten als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Von den Daten erhoffen sich Börsianer weitere Rückschlüsse auf die US-Geldpolitik.

Hinweise auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher liefert der GfK-Index am Dienstag. Zwei Tage später folgen Daten zum europäischen Verbrauchervertrauen. Den europäischen Zahlenreigen eröffnet der Ifo-Index am Montag, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt.

Nachzügler legen Geschäftszahlen vor

Positive Impulse erhofften sich Börsianer von den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, nachdem US-Präsident Donald Trump gesagt hatte, die Verhandlungen liefen sehr gut. In der neuen Woche sollen Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erneut nach Peking reisen. Commerzbank-Analystin Esther Reichelt warnt aber vor überzogenem Optimismus. "Wie beim Brexit gilt auch für die Handelsgespräche: Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist."

Auf Unternehmensseite legen in der neuen Woche einige Nachzügler ihre Geschäftszahlen vor. Hierzu gehören in der Schweiz KTM oder Vaudoise und im Ausland der Modehändler H&M (Freitag).

(Reuters/cash)

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