Aktienstrategie - Traf der Ausverkauf die falschen Aktien?

«Der Markt hat die falschen Aktien verkauft.» Geht es nach Robert Naess, Fondsmanager beim skandinavischen Finanzkonzern Nordea, dann ist die Sektorenrotation des Marktes derzeit nicht korrekt.
24.02.2018 08:25
Anleger setzten derzeit hauptsächlich auf Zykliker.
Anleger setzten derzeit hauptsächlich auf Zykliker.
Bild: pixabay.com

Als die Zinsen im Dezember zu steigen begannen, sind die Anleger von defensiven in zyklische Aktien umgestiegen, wobei Versorgungsunternehmen unter den am stärksten betroffen waren. Der MSCI World Utilities Index ist seit Ende November um knapp 10 Prozent gefallen, während der MSCI World Index fast 3 Prozent zulegte.

"Wenn die Zinsen aufgrund von mehr Wachstum gestiegen sind, dann hat der Markt richtig gehandelt", sagt Robert Naess, der bei Nordea umgerechnet rund 34 Milliarden Euro in Aktien verwaltet, in einem Interview mit Bloomberg in Oslo. "Wenn sie gestiegen sind, weil sie einfach zu niedrig waren, dann sollte die Sektorrotation andersherum sein. Die Wachstumsaktien sollten am stärksten gefallen sein und die Versorger am wenigsten. Ich glaube, die Zinsen waren zu lange zu niedrig."

Naess hat Aktien von Versorgungsunternehmen wie Southern, PG&E und PPL  gekauft und unter anderem Anteile an eBay, Anthem und United Technologies verkauft.

Naess und sein Partner Claus Vorm analysieren Tausende von Unternehmen quantitativ, bevor sie in solche mit den stabilsten Gewinnen investieren und die teuersten meiden. Ihr Global Stable Equity Fonds hat in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 11 Prozent pro Jahr eingebracht und damit 72 Prozent seiner Mitbewerber geschlagen.

Die Börsenturbulenzen im Februar sind Naess zufolge nicht der Beginn eines Crashs, und für die US-Aktien sieht er für das Jahr 2018 ein Aufwärtspotenzial von 18 Prozent.

"Die Ergebnisschätzungen werden weiter erhöht, also interpretiere ich das als kurzfristige Korrektur", sagt er. "Wenn es eine richtige Korrektur gab, sind die Unternehmensgewinne immer gesunken. Dieses Mal nicht - es ist ungewöhnlich."

(Bloomberg)