«Alcon wird bis Ende 2016 wieder wachsen»

Die Novartis-Aktie ist am Mittwoch das grosse Thema am Schweizer Aktienmarkt. Im Video-Interview sagt CEO Joseph Jimenez, was er mit der Problemsparte Alcon vorhat und in welchen Bereichen viel Wachstum schlummert.
27.01.2016 11:47
Joseph Jimenez ist seit 2010 Novartis-CEO.
Bild: cash

Die Novartis-Aktien haben am Mittwoch an der Schweizer Börse einen schweren Stand. Sie verlieren in der Spitze 4 Prozent, was im laufenden Jahr ein Minus von 7 Prozent ergibt. Der Pharmariese vermochte mit seinem Jahresergebnis die Markterwartungen erneut nicht zu erfüllen, und auch der sehr zurückhaltende Ausblick auf das laufende Jahr weckt unter den Anlegern weitere Ängste.

Mitverantwortlich für das enttäuschende Resultat war die durchzogene Leistung von Alcon. Die Augenheilsparte soll von Novartis unter einer neuen Führung neu aufgestellt werden und so auf den Wachstumskurs zurückfinden.

Dabei wird Alcon auf die Kerngeschäfte Augenchirurgie (Surgical) und Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflege (Vision Care) fokussiert. Gleichzeitig sollen für diese Bereiche "entscheidende Massnahmen identifiziert" werden, die das Wachstum im Jahr 2016 und darüber hinaus antreiben sollen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Alternde Bevölkerung als Treiber

Novartis-CEO Joseph Jimenez ist vom zukünftigen Potenzial von Alcon überzeugt. Die alternde Bevölkerung an und ihr Bedürfnis nach Augenheilmitteln würden dazu beitragen. "In diesem Gebiet ist Alcon führend. Mit den beschlossenen Massnahmen wird Alcon bis Ende des Geschäftsjahres 2016 wieder wachsen", sagt Jimenez im Video-Interview.

2016 wird das Patent für das Blockbuster-Medikament Glivec ablaufen. Damit gehen Novartis über drei Milliarden Umsatz verloren. Doch der Novartis-CEO ist trotzdem zuversichtlich, den Umsatz auch im laufenden Geschäftsjahr halten zu können. "Viele Firmen erleiden bei einem solchen Patentauslauf einen Rückgang der Verkäufe. Dank unseren Innovationen können wir die Verluste voll kompensieren."

Potenzial sieht Jimenez auch im Bereich der Biosimilars, einem Teilgebiet der Generika-Sparte. "Biosimilars werden einen grossen und wichtigen Teil unseres zukünftigen Geschäfts mit Generika ausmachen. Wir sind kaum am Anfang der Entwicklung", so der Novartis-Chef.

(AWP/cash)