Alexander Everke - AMS-CEO: «Turbulenzen beeinflussen unsere Strategie nicht»

Die Aktien von AMS behaupten sich erfolgreich gegen die Börsenturbulenzen. CEO Alexander Everke spricht im cash-Video-Interview über das Klumpenrisiko Apple und die Börsenpläne in Hongkong.
06.02.2018 14:35
Von Ivo Ruch
«Go big or go home»: AMS-CEO Alexander Everke hat grosse Ziele.
Bild: cash

Von wegen Börsenabsturz: Die Aktie von AMS ist seit vorletztem Montag  von 76,58 auf aktuell 98,00 Franken gestiegen – ein Plus von 28 Prozent. Zum Vergleich: Der Swiss Performance Index (SPI) ist im selben Zeitraum um 6 Prozent zurückgekommen.

Die Investoren haben also schon seit längerem mit überraschend guten Resultaten für das letzte Geschäftsjahr gerechnet. In der Tat konnte AMS die Erwartungen der Finanzanalysten mit dem heute publizierten Zahlenset mehrheitlich erfüllen. Insbesondere der zuversichtliche Ausblick und die Auftragsgewinne, aber auch die Dividendenerhöhung finden Anklang bei Marktbeobachtern.

Und AMS peilt weiterhin starkes Wachstum an. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate soll von 40 auf 60 Prozent steigen. "Wir haben die hohen Erwartungen der Investoren erfüllt und unser Plan ist, in dieser Richtung weiterzumachen", sagt CEO Alexander Everke im Video-Interview zu cash. Im Vergleich zum Vorjahr erwartet er für das erste Quartal 2018 einen um 150 Prozent höheren Umsatz.

Klumpenrisiko Apple

Derzeit scheint es, als ob wenig die Erfolgsstory von AMS trüben könnte. Zu einem Risiko könnte sich allerdings die Abhängigkeit von einzelnen Grosskunden entwickeln. Apple macht rund 40 Prozent des AMS-Umsatzes aus. Im neuen iPhone X werden beispielsweise 3D-Sensoren für die Gesichtserkennung verbaut.

Die Apple-Abhängigkeit zeigte sich zuletzt zum Jahresende 2017. Als Gerüchte zum schwachen iPhone-X-Absatz die Runde machten, tauchten die AMS-Aktien deutlicher als die Apple-Titel (siehe Chart). AMS-Chef Alexander Everke beunruhigt das nicht: "Der Apple-Umsatz macht uns keine Sorgen. Im Gegenteil. Wir sehen das als Bestätigung, dass wir das richtige Portfolio haben."

Zulieferer und Grosskunde: Die Aktien von AMS (rot) und Apple (grün) in den letzten füünf Jahren (Quelle: cash.ch)

Dennoch soll das Produkteportfolio in Zukunft angepasst werden. Momentan erwirtschaftet AMS rund 70 Prozent des Umsatzes mit Sensoren für Smartphone- und Consumer-Anwendungen, wo auch das Wachstum am grössten war. "Mittel- bis langfristig wollen wir 40 Prozent des Umsatzes im Automobil-, Industrie- und Medizinbereich machen", sagt Everke im Video. Experten rechnen damit, dass in diesen Endmärkten die Nachfrage nach Sensoren markant zunehmen wird. Konkret beim autonomen Fahren, in der Robotik oder bei optischen Untersuchungen in der Medizin.

Überrascht hat AMS auch mit der Ankündigung, an der Börse in Hongkong eine Zweitkotierung anzustreben. Dies um besser auf die Bedürfnisse der Investoren in Asien einzugehen. Ist das im aktuellen turbulenten Börsenumfeld nicht etwas gar riskant? "Wir lassen uns die Strategie durch kurzfristige Turbulenzen nicht beeinflussen", sagt Everke.

Der heutige Tag zeige, dass sich der AMS-Aktienkurs im Vergleich zum Rest des Marktes gut entwickle. Bis um 14:30 Uhr legt der Titel 12,8 Prozent zu, während der SPI weitere 1,9 Prozent verliert.

 
Aktuell+/-%
ams I19.000-5.94%
SPI11'993.38-2.78%
Apple Rg112.24-3.74%