Allianz-Studie - Bei europäischen Aktien wartet 2020 ein Rekord-Dividendenregen

Europäische Unternehmen dürften sich 2020 wieder besonders ausschüttungsfreudig zeigen. Daten der Allianz-Vermögensverwaltung zeigen auch, wie massiv sich Dividenden langfristig auf die Gesamtrendite auswirken.
16.01.2020 09:50
Von Manuel Boeck
Anleger bei europäischen Unternehmen können 2020 erneut mit einem Rekordjahr rechnen.
Anleger bei europäischen Unternehmen können 2020 erneut mit einem Rekordjahr rechnen.
Bild: Pixabay

Selten ist der Unterschied zwischen den Dividendenrenditen von Aktien und den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen im historischen Vergleich so gross gewesen, wie eine Studie von Allianz Global Investors festhält. Auch 2020 dürfte sich die Suche nach Renditen auf den Anleihenmärkten schwierig gestalten.

So haben insgesamt 25 Prozent der weltweit ausstehenden Anleihen eine negative Nominalrendite. Die Rendite von 60 Prozent aller ausstehenden Staatsanleihen in der Eurozone ist negativ. Bei diesen Zahlen vollkommen unberücksichtigt ist die Inflation.

In diesem Umfeld rücken Dividenden in den Vordergrund um ein regelmässiges Kapitaleinkommen zu erzielen. Allianz Global Investors erwartet für 2020 Dividendenzahlungen in der Höhe von 359 Milliarden Euro in Europa, was einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Schweizer Firmen schütten mehr aus

In der Schweiz ist die relative Dividendenrendite von Schweizer Aktien im 2019 (2,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr (3,4 Prozent) gesunken, wie die Allianz-Anlagespezialisten weiter festhalten. Dies liegt aber vor allem daran, dass die Aktienkurse in der Schweiz stark angestiegen sind.

Absolut gesehen haben die Schweizer Dividendentitel 2019 mehr ausgeschüttet als im Vorjahr. "Trotz der  starken Wertentwicklung des Schweizer Aktienmarktes bleibt die Dividendenrendite auf diesem Niveau  attraktiv", meint Jörg de Vries‐Hippen, Anlagechef für europäische Aktien bei Allianz Global Investors.

Aktionärsfreundliche Dividendenpolitik vor allem in Europa

Grafik: Allianz Global Investors

Europäische Unternehmen zeigen sich im internationalen Vergleich ausschüttungsfreundlich, während US-Firmen häufiger aus Aktienrückkaufprogramme zurückgreifen. Bei europäischen Aktien hat sich Untersuchungen von Allianz Global Investors zufolge der Anteil der Dividenden an der Gesamtrendite in den Jahren 1974 bis 2019 am höher erweisen als in Nordamerika oder in Asien-Pazifik-Ländern. Gemessen am Aktienindex MSCI Europe beträgt der Renditeanteil der Dividenden 37,8 Prozent. In Nordamerika waren es 29,4 Prozent, in Asien 32,3 Prozent.

Die Stabilität des Portfolios wird durch Dividenden gestärkt. Zur annualisierten Gesamtrendite tragen Dividenden zum Beispiel beim iShares Core MSCI Europe ETF ungefähr 38 Prozent bei. Aber auch beim iShares PLC iShares MSCI North America ETF sind Dividenden für einen Drittel der Gesamtperformance verantwortlich.

Redaktionelle Mitarbeit: Marc Forster

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