Alpiq unterbietet die Umsatz-Erwartungen

Der Energiekonzern Alpiq hat einen kleinen Verlust geschrieben. Das erste Halbjahr 2016 war von hohen Abschreibungen geprägt. Mit den Zahlen werden die Schätzungen von Analysten vor allem beim Umsatz nicht erreicht.
26.08.2016 08:18
Alpiq will einen grossen Teil der Wasserkraft verkaufen.
Alpiq will einen grossen Teil der Wasserkraft verkaufen.
Bild: ZVG

Der Verlust belief sich auf 2 Mio CHF nach hohen 886 Mio im entsprechenden Vorjahressemester. Dieses war bekanntlich von hohen Abschreibungen geprägt, indem auf dem Kraftwerkspark Wertberichtigungen und Rückstellungen in Höhe von 834 Mio (nach Steuern) vorgenommen worden waren.

Vor Sondereinflüssen schrieb Alpiq einen Gewinn von 41 Mio CHF, dies nach einem Verlust von 52 Mio in der Vorjahresperiode. Dabei sei das Finanzergebnis durch die verringerte Zinsbelastung aufgrund reduzierter Finanzschulden sowie durch Fremdwährungseffekte positiv beeinflusst worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Ein "striktes Kostenmanagement" sowie Erfolge in den Bereichen Commerce&Trading und Energy Services liessen den bereinigten EBITDA leicht ansteigen auf 239 Mio von 234 Mio CHF im Vorjahr, wie es heisst. Der Umsatz ging allerdings in dem nach wie vor von tieferen Grosshandelspreisen geprägten Marktumfeld auf 3,0 Mrd von 3,3 Mrd zurück.

Mit den Zahlen zum Halbjahr hat Alpiq die Schätzungen von Analysten vor allem beim Umsatz nicht erreicht, beim EBITDA dagegen etwas übertroffen. Die ZKB hatte vor Sondereinflüssen einen kleinen Gewinn von 8 Mio CHF, Research Partners einen Verlust von 1 Mio erwartet. Beim EBITDA lagen die Schätzungen bei 185 Mio (ZKB) und 229 Mio (Research Partners) und beim Umsatz bei 3,18 bzw. 3,280 Mrd CHF.

Wie bereits angekündigt steht ein grosser Teil (49%) der Wasserkraft zum Verkauf. Die erste Angebotsphase sei im Juli abgeschlossen worden, schreibt Alpiq dazu. In einer zweiten Phase sei im August der Due Diligence-Prozess eröffnet worden. Derweil gelang es, dank Devestitionen (Beteiligungen an AEK Energie, Romande Energie Commerce) die Nettoverschuldung um 0,1 Mrd auf 1,2 Mrd CHF zu senken sowie die Liquidität auf 1,6 Mrd (1,5 Mrd) zu erhöhen. Der Verkauf der Beteiligung an der Alpiq Versorgungs AG zum Preis von 312 Mio wurde im Juli vollzogen.

Wegen der anhaltend tiefen Grosshandelspreisen bleibe das Marktumfeld herausfordernd, während wettbewerbsverzerrende Rahmenbedingungen in der Schweiz zusätzlichen Druck erzeugten, schreibt Alpiq zum Ausblick. Die Gruppe rechnet im Gesamtjahr weiterhin mit einem unter Vorjahr liegenden EBITDA vor Sondereinflüssen. Die Nettoverschuldung soll bis Ende Jahr unter die 1-Mrd-Grenze gedrückt werden.

(AWP)