Als Anleger die Liquiditätswelle surfen

Eine deutsche Grossbank verrät, wie Anleger auf der grössten Liquiditätswelle der letzten Jahre am besten surfen und davon profitieren können.
13.02.2015 08:05
Von Lorenz Burkhalter
Ab März bricht eine neue Liquiditätswelle über die Märkte herein. Die Commerzbank setzt deshalb auf Aktien.

Nur noch wenige Wochen, dann weitet die Europäische Zentralbank (EZB) das Rückkaufprogramm für Schuldverschreibungen auf Staatsanleihen aus. Ab dann werden monatlich 60 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt.

Für die dem Cross Asset Research der Commerzbank zurechenbaren Strategen steht schon heute fest: Auf die Finanzmärkte rollt die grösste Liquiditäts-Welle der letzten vier Jahre zu.

Die Experten raten der eigenen Anlagekundschaft dazu, diese Welle mit einem Schwergewicht in den Aktien zu reiten. Dazu reduzieren sie die indirekten Immobilienanlagen, um den Anteil europäischer europäischer und japanischer Aktien auszubauen. Auch an den Unternehmensanleihen finden die Strategen sichtlich Gefallen.

US-Leitzinserhöhung vorerst kein Thema

Wie die Experten schreiben, wird die weltweite Überschussliquidität im Jahresverlauf auf mindestens das Zweifache der vorangegangenen drei Jahre steigen. Nur während der Finanzkrise von 2008 und auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise von 2011 sei die Überschussliquidität noch umfassender gewesen.

Nach Beginn der Anleihenkäufe durch die EZB werde sich das Interesse der Märkte wieder auf die Zinspolitik der US-Notenbank verlagern. Im Hinblick auf eine erste Leitzinserhöhung in Übersee werde die Gangart an den Finanzmärkten zwar rauher, so die Befürchtung der Strategen. Allerdings werde sich eine solche Erhöhung vorerst verzögern und frühestens ab dem späten zweiten Quartal zu einem Thema für die Märkte.

Nicht länger gegen Schwellenländeraktien wetten

Der geldpolitische Kurswechsel der US-Notenbank und die Angst vor einer unmittelbar bevorstehenden Leitzinserhöhung haben den Schwellenländern in den letzten Jahren gleich in mehrfacher Hinsicht zugesetzt. Zum einen gerieten die Börsen unter Druck und zum anderen erlitten die Währungen einiger von strukturellen Problemen geplagten Länder einen regelrechten Einbruch.

Die Strategen der Commerzbank raten neuerdings jedoch von Wetten gegen die Schwellenländeraktien ab und schliessen ihr taktisches Untergewicht in diesen Regionen. Die Experten begründen diese Empfehlung mit möglichen Verzögerungen bei der ersten Leitzinserhöhung in den USA sowie mit dem Druck auf das Preisniveau, welcher auch den Zentralbanken in den Schwellenländern eine lockerere Zins- und Geldpolitik erlaube.

Mit ihrer positiven Haltung für Aktien und Unternehmensanleihen steht die Commerzbank bei weitem nicht alleine da. Spätestens seit dem Entscheid der EZB, die Wertschriftenkäufe massivst auszubauen, haben selbst zuvor vorsichtige Banken wieder zu den Aktien zurückgefunden. Und Unternehmensanleihen stehen aufgrund des ungeheuren Renditedrucks sowieso schon seit längerer Zeit weit oben auf der Empfehlungsliste der Banken.