Alternative Energie - Swissolar sieht kleine Sonnenstrahlen für Photovoltaik-Markt

Während die Solarenergie weltweit boomt, hat sie in der Schweiz im vergangenen Jahr stagniert. Im Bereich der Photovoltaik soll sich dies im laufenden Jahr dank günstigen Rahmenbedingungen aber ändern.
12.01.2018 11:50
Blick auf einen Solarpark.
Blick auf einen Solarpark.
Bild: Activ Solar

Gemäss ersten Hochrechnungen des Schweizer Fachverbands für Sonnenenergie Swissolar hat der Photovoltaik-Markt (Solarstrom) im Jahr 2017 stagniert. Die neu installierte Leistung dürfte bei 250 bis 270 Megawatt liegen, wie Swissolar am Freitag mitteilte.

Dies entspricht einer Fläche von etwa 1,6 bis 1,8 Millionen Quadratmetern - also rund 225 bis 250 Fussballfeldern. Der Anteil von Solarstrom am Schweizer Stromverbrauch steigt damit um ein halbes Prozent auf rund 3% und ist nun nach der Wasserkraft mit Abstand die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle, wie es weiter heisst.

Der Branchenverband erwartet für 2018, dass der Schweizer Markt wieder auf über 300 Megawatt wachsen wird. Grund dafür seien die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen: Damit existieren wieder günstige Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen.

Global gesehen war Photovoltaik - gemessen an der installierten Leistung - die Energieerzeugungstechnologie, die 2017 weltweit am meisten zugelegt hat: Die neu installierte Leistung von rund 100 Gigawatt - einem Drittel mehr als im Vorjahr -, könnte mehr als das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Swissolar rechnet für 2018 mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50%.

Düstere Aussichten

Dunkle Wolken am Himmel sieht Swissolar hingegen bei der Nutzung von Solarwärme (Solarthermie) und rechnet für 2017 mit einem weiteren Marktrückgang auf rund 50'000 Quadratmeter zusätzlicher Kollektorfläche - das sind 15% weniger als im Vorjahr.

Von einer Belebung des Marktes geht der Branchenverband auch nicht für das Jahr 2018 aus. Die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn2014) sei daher für den weiteren Ausbau der Solarwärme "sehr wichtig". Denn damit würden unter anderem Anreize geschaffen, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen.

(AWP)