AMS-Aktie: Minus 20 Prozent in zwei Tagen

Der Ausblick von AMS liegt unter den Analystenerwartungen. Schuld ist der Grosskunde Apple. Die Enttäuschung ist riesig, was der Aktie prozentual zweistellige Verluste beschert.
27.10.2015 13:05
Von Lorenz Burkhalter
Ist der Grosskunde Apple schuld an der erneuten Ergebnisenttäuschung von AMS?
Ist der Grosskunde Apple schuld an der erneuten Ergebnisenttäuschung von AMS?
Bild: iNg

Die Ergebnisenttäuschung beim deutschen Rivalen Dialog Semiconductor vom Montag hatte es eigentlich erahnen lassen: Der Halbleiterhersteller AMS kann die Erwartungen an das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2015 zwar erfüllen. Allerdings wartet das Unternehmen mit einem ziemlich schwachen Ausblick für das Weihnachtsquartal auf. Schuld ist Analysten zufolge eine geringere Nachfrage seitens des amerikanischen Grosskunden Apple.

Nachdem die AMS-Aktie schon am Montag um 7,3 Prozent auf 38,80 Franken zurückgestutzt wurde, fällt sie an der Schweizer Börse SIX zur Stunde um weitere 14,3 Prozent auf 33,25 Franken. Seit Freitag hat sich damit ein Minus von gut 20 Prozent aufgestaut.

Nullwachstum im Schlussquartal

In einem Kommentar von Barclays Capital wird der Zahlenkranz für das dritte Quartal als stark bezeichnet. Der Umsatz sei am oberen Ende der firmeneigenen Zielbandbreite zu liegen gekommen, so heisst es. Dies dank einer guten Nachfrage nach Lichtsensoren sowie Produkten für den industriellen Gebrauch. Dennoch relativiert der Autor die besser als erwartete Gewinnentwicklung. Diese sei ein Ergebnis von Einschnitten bei den Investitionen.

Vom Ausblick für das Schlussquartal zeigt sich der Analyst sichtlich enttäuscht. Auf Stufe Umsatz falle dieser um rund 9 Prozent unter den bankeigenen Prognosen aus. Im wichtigen Weihnachtsquartal drohe damit ein Nullwachstum. Dass tags zuvor auch der Rivale Dialog Semiconductor einen von Vorsicht geprägten Ausblick abgegeben habe, lasse auf tiefer als erwartete Bestellungen des amerikanischen Grosskunden Apple schliessen. Aufgrund der weiterhin intakten Aussichten empfiehlt man die Aktie von AMS bei Barclays Capital weiterhin mit "Overweight" und einem Kursziel von 51 Franken zum Kauf.

Fairer Wert gerademal bei 32 Franken je Aktie?

Bei der Zürcher Kantonalbank ist von einem operativen Resultat leicht oberhalb der Erwartungen die Rede. Der Umsatzausblick für das laufende Quartal liege jedoch rund 8 Prozent unter den Konsensschätzungen. Der Auftragseingang sei für AMS-Verhältnisse mit einer Book-to-Bill-Rate von 0,79 vergleichsweise tief.

Der zuständige Analyst wird seine bereits 7 Prozent unter den Konsensschätzungen liegenden Annahmen nochmals um rund 4 Prozent nach unten anpassen. Sein auf normalisierten Annahmen beruhendes Bewertungsmodell zeige einen fairen Wert von 32 Franken, so schreibt er. Er stuft die Aktie in der Folge von "Marktgewichten" auf "Untergewichten" herunter.

Händlern zufolge dürften weitere Berufskollegen ihre Anlageurteile und Kursziele einer grundlegenden Überprüfung unterziehen. In den nächsten Tagen seien zumindest einige Kurszielkürzungen zu erwarten. Der Ruf des Halbleiterherstellers als Liebling der Anleger und Analysten sei in Gefahr, so lautet der Tenor.