AMS-Aktie springt nach oben

Ein hoher Investitionsbedarf drückt beim Apple-Zulieferer AMS auf die Margen. Analysten zufolge ist das Schlimmste nun aber überstanden, weshalb die Aktie kräftig zulegt.
26.07.2016 11:45
Von Lorenz Burkhalter
Einmal mehr weiss der Ausblick von AMS nicht zu überzeugen.
Einmal mehr weiss der Ausblick von AMS nicht zu überzeugen.
Bild: iNg

Gestern Montag, rund eine halbe Stunde nach Börsenschluss, legte der Halbleiterhersteller AMS den Zahlenkranz für das zweite Quartal vor. Da nicht wenige Analysten ihre Schätzungen im Vorfeld noch einmal kräftig nach unten genommen hatten, blieb eine weitere Ergebnisenttäuschung aus.

Während die Konsenserwartungen beim Umsatz und beim um Sonderbelastungen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) leicht übertroffen werden konnten, fiel der Rückgang beim Reingewinn um einiges geringer als befürchtet aus.

Ernüchternder präsentiert sich das Bild beim Ausblick für das angelaufene dritte Quartal. Mit 146 bis 153 Millionen Euro liegt der vom Unternehmen angestrebte Umsatz zwar nur leicht hinter den Analystenschätzungen zurück. Mit 18 bis 20 Prozent verfehlt die operative Marge (EBIT) die bei 25 Prozent liegenden Erwartungen allerdings klar.

Dennoch springt die AMS-Aktie an der Schweizer Börse SIX um 6 Prozent auf 29,10 Franken. Beobachter berichten von Deckungskäufen sowie von einigen scheuen Anlagekäufen.

Es drohen weitere Schätzungsreduktionen

Wie einem Kommentar der UBS Investmentbank entnommen werden kann, liegt das bereinigte Quartalsergebnis im Rahmen der bankeigenen Prognosen. Sichtlich Gefallen findet der Verfasser am Auftragsbestand, welcher gegenüber dem schwachen ersten Quartal um 16 Prozent gestiegen ist.

Was den Ausblick anbetrifft, so zeigt sich der Experte desillusioniert. Auf den Mittelwert des Umsatz- und Margenausblicks von AMS müsste er seine EBIT-Schätzungen um 10 Millionen Euro reduzieren. Rund die Hälfte sei auf eine grundsätzlich tiefere Bruttomarge, die andere Hälfte auf einen höheren Investitionsbedarf zurückzuführen, so heisst es weiter.

Dennoch macht man bei der UBS Investmentbank günstige Einstiegsgelegenheiten aus, sollte die mit einem 12-Monats-Kursziel von 36 Franken zum Kauf empfohlene AMS-Aktie wieder zurückfallen.

Optimistischer fällt das Urteil des für die Zürcher Kantonalbank tätigen Analysten aus. Obschon die Schwäche bei den Smartphonemärkten nochmals spürbar gewesen war, macht er Anhaltspunkte für eine erste Erholung aus. Dabei verweist er auf den über dem Umsatz liegenden Auftragsbestand.

Ist die Talsohle durchschritten?

Erst kürzlich stufte der Experte die AMS-Aktie auf "Übergewichten" herauf. Dieses Anlageurteil wird nun bestätigt.

Der Berufskollege von Kepler Cheuvreux rechnet auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes und des Ausblicks nicht mehr mit grösseren Anpassungen bei den Konsensschätzungen. Die Geschäftsentwicklung von AMS dürfte die Talsohle durchschritten haben, so sein von Zuversicht geprägtes Urteil. Obschon der Analyst die Aktie nur mit "Hold" und einem Kursziel von 24 Franken einstuft, traut er ihr auf längere Sicht noch immer einiges zu.

Diese längerfristig positive Einschätzung teilt auch der für die Bank Vontobel tätige Experte. Er empfiehlt die Aktie deshalb weiterhin mit einem optisch hohen Kursziel von 40 Franken zum Kauf. Ins selbe Horn bläst man in einem Kommentar aus dem Hause MainFirst. Auch darin ist nachzulesen, dass beim Apple-Zulieferer ab jetzt wohl alles besser wird. Das Anlageurteil lautet "Outperform" und das Kursziel liegt ebenfalls 40 Franken.