AMS-Kaufziel - Osram-Betriebsrat sorgt sich um Standort in Berlin

Die Arbeitnehmervertreter von Osram fürchten um die Existenz des Berliner Standortes.
16.11.2019 05:55
Osram Lighthouse in München.
Osram Lighthouse in München.
Bild: ZVG

Es gäbe dort noch 670 Mitarbeiter, so gut wie alle könnten von Sparmassnahmen des Lichttechnik-Konzerns betroffen sein, sagte Gesamtbetriebsratschef Thomas Wetzel am Mittwoch. Bis Ende 2021 dürften es unter 500 sein. 2008 seien es noch 2200 Beschäftigte gewesen. Grosse Betriebsflächen würden nicht mehr genutzt. "Über kurz oder lang wird uns das auffressen", sagte Wetzel.

Der Betriebsrat warf der Münchner Unternehmensführung vor, nicht genug in die Zukunftsfähigkeit zu investieren. Nur 15 Mitarbeiter seien in Berlin an dem Thema Anwendungen für selbstfahrende Autos dran. Für andere zukunftsträchtige Felder - etwa mit gut zu sehender Sicherheitsbekleidung oder Laser-Anwendungen in der Medizin - fehle aber das Geld. Viele Produkte in Berlin hätten nicht mehr die besten Zukunftschancen, Lampen für Videoprojektionen zum Beispiel. Die Strategie des Vorstands dürfe aber nicht nur Personalabbau sein, forderte Wetzel.

Osram steht auch unter Druck, weil der österreichische Chip- und Sensorhersteller AMS das Unternehmen kaufen will. Nach langem Widerstand sprach Osram-Chef Olaf Berlien diese Woche von einem attraktiven Angebot. Er verteidigte zudem die Sparpläne zuletzt: Osram müsse auf die geringere Nachfrage nach Halogen-Leuchten reagieren. 2018/19 rutschte das Unternehmen mit 343 Millionen Euro in die roten Zahlen. Die Übernahmeschlacht bringe viel Unruhe, sagte Wetzel. "Wir befürchten eine Zerschlagung des Unternehmens." AMS wäre im Falle der Transaktion hoch verschuldet und müsste dann Teile verkaufen und weitere Stellen abbauen.

(Reuters)

 

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