AMS macht deutlich weniger Umsatz und Gewinn

Der Halbleiterhersteller AMS hat im zweiten Quartal 2016 einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Die Erwartungen an das dritte Jahresviertel sind dafür wieder etwas zuversichtlicher.
25.07.2016 19:00
Der Firmenhauptsitz von AMS in Unterpremstätten, Österreich.
Der Firmenhauptsitz von AMS in Unterpremstätten, Österreich.
Bild: iNg

Die Erlöse von AMS nahmen von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22% auf 132,4 Millionen Euro ab, teilt das Unternehmen am Montagabend mit. AMS hatte Verkäufe im Wert zwischen 127 bis 134 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Bruttogewinnmarge vor akquisitionsbedingtem Abschreibungsaufwand entwickelte sich mit 56% stabil.

Der um den akquisitionsbedingten Aufwand und Aufwand für aktienbasierte Vergütung bereinigte EBIT halbierte sich auf 24,4 Millionen Euro, die Marge lag bei 18,4%. Der nach IFRS ausgewiesene EBIT sank um 63% auf 16,7 Millionen, entsprechend einer Marge von 13%. Der Reingewinn ging um 53% auf 19,6 Millionen gegenüber 41,8 Millionen zurück. Mit diesen Zahlen wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen.

Die rückläufige Entwicklung erklärt sich laut AMS mit den geringeren Umsätzen bei gleichzeitig höheren F&E-Aufwendungen für künftige Programme.

Anspruchsvoller Consumer- und Smartphone-Markt

Das Marktumfeld sei anspruchsvoll gewesen, so AMS, besonders im Consumer- und Smartphone-Markt. Die Auslieferungen von intelligenten Lichtsensoren an Consumer- und Smartphone-OEM hätten sich zwar weiter auf einem hohen Niveau bewegt, hätten aber unter dem Vorjahr gelegen.

Hohes Marktinteresse sieht AMS indes für die nächste Generation von Lichtsensoren für Mobilgeräte. Man liefere bereits kleinere Volumina aus. Um sich auf die erwartete Nachfrage nach Lichtsensoren der neuesten Generation vorzubereiten, zieht ASM Investitionen in Produktionsanlagen vor. Aus heutiger Sicht würden die Gesamtinvestitionen in 2016 bei über 80 Millionen Euro liegen.

Kleinen Zukauf bekanntgegeben

Wie AMS weiter mittteilt, wurde im Berichtsquartal die im November angekündigte Akquisition von CCMOSS abgeschlossen. Dieser Schritt mache das Unternehmen zum "klar führenden" Anbieter von Gas- und Infrarotsensortechnologie weltweit. Das Produkt- und Technologieportfolio von CCMOSS schaffe "substantielle" Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre, heisst es.

Zudem habe AMS "vor kurzem" den Farb- und Spektralsensorspezialisten MAZeT GmbH erworben. Über den in bar gezahlten Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart. MAZeT sei profitabel, beschäftige rund 80 Mitarbeiter und sei in Jena ansässig.

MAZeT konzentriert sich laut AMS auf Anwendungen in Industrie und Medizintechnik und verfüge über System- und Applikations-Know-how für Farb- und Spektralsensorik sowie Expertise in der Entwicklung optischer Systeme. Der Zukauf verbessere die Position von AMS bei neuartigen optischen Sensortechnologien und schaffe neue Produktchancen und Anwendungsmöglichkeiten für Spektralsensoren in den Märkten Automotive, Industrie und Medizintechnik.

Positive Dynamik im dritten Quartal erwartet

Für das dritte Quartal 2016 erwartet AMS laut der Mitteilung einen Umsatz von 146 bis 153 Millionen Euro bei "weiterhin attraktiver" Bruttomarge. Die bereinigte Marge werde zum Berichtsquartal stabil bleiben oder leicht sinken. Für die bereinigte EBIT-Marge stellt AMS eine Verbesserung auf rund 18-20% in Aussicht.

So sieht das Unternehmen für die Monate Juli bis September eine positive Dynamik im Consumer-Geschäft, während nachfragebezogene und makroökonomisch bedingte Unsicherheiten in anderen Endmärkten andauerten.

(AWP)