Analyst spielt UBS gegen CS aus

Die Berenberg Bank hält an ihrer Kaufempfehlung für die UBS-Aktie fest - trotz Ergebnisenttäuschung. Sie rät aber nicht nur zum Einstieg, sondern gleichzeitig zu Leerverkäufen bei der CS.
20.11.2013 08:13
Von Lorenz Burkhalter
Die Hauptsitze von UBS und Credit Suisse liegen so nah beieinander. Und doch könnten die beiden Grossbanken verschiedener nicht sein. Das findet auch die Berenberg Bank.

Die Berenberg Bank ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das macht sie auch in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zum europäischen Bankensektor nicht. Ganz im Gegenteil: In der Studie halten die Verfasser nicht nur an der bisherigen Kaufempfehlung für die Aktie der UBS fest, im gleichen Atemzug raten sie der eigenen Anlagekundschaft bei der Aktie der Erzrivalin Credit Suisse zu Leerverkäufen.

Über die vergangenen zwei Monate habe die Aktie der UBS rund 10 Prozent schlechter als die der Credit Suisse abgeschnitten, so die Analysten der Berenberg Bank. Die Experten führen diese Abkoppelung auf die Forderung der Finma zurück. Sie verlangt von der Grossbank eine zusätzliche Eigenmittelunterlegung für Rechtsstreitigkeiten.

Aktie der UBS verdient eine deutlich höhere Bewertung

Berechnungen der Analysten zufolge hat sich der Bewertungsaufschlag der UBS gegenüber der Credit Suisse seither von 40 auf 25 Prozent reduziert. Allerdings habe erstere eine höhere Bewertung verdient.

Denn bei der UBS fliesse auch das heiss diskutierte Leverage Ratio in die Eigenkapitalplanung ein. Vor dem Hintergrund des geplanten Abbaus von Risikoaktiven sei die Grossbank besser gerüstet, sollten die zukünftigen Eigenmittelvorschriften um einen Mindestwert für das Leverage Ratio ergänzt werden.

Mit einem Leverage Ratio von 4,2 Prozent schneide die UBS zudem deutlich besser als die Credit Suisse ab. Ihr Leverage Ratio liege gerade bei 3,3 Prozent. Unter negativen Annahmen betrage das Verhältnis sogar nur 0,9 Prozent gegenüber 2,3 Prozent bei der UBS, so die Analysten.

CS-Kursziel bei 16 Franken

Auch am hohen Ergebnisbeitrag aus dem Wealth Management zeigen die Studienverfasser sichtlich Gefallen. Durch die fortschreitende Redimensionierung des Investment Bankings werde sich die Bewertung der UBS der von Julius Bär annähern. Die Credit Suisse reduziere ihre Risikoaktiven hingegen nur halbherzig und verfüge zudem über ein weniger rentables Wealth Management.

Die Berenberg Bank sieht im jüngsten Kursrückgang eine günstige Einstiegsgelegenheit in die zum Kauf empfohlene Aktie der UBS. Vom Kursziel von 20 Franken leiten die Analysten ein Aufwärtspotenzial von gut 20 Prozent ab. Bei der Aktie der Credit Suisse raten sie hingegen weiterhin mit einem Kursziel vonl 16 Franken zum Verkauf.