Analysten rechnen bei Pfund mit weiterer Talfahrt

Das Pfund Sterling bleibt auch zwei Wochen nach der Brexit-Abstimmung angeschlagen.
08.07.2016 13:24
Portemonnaie mit englischen Pfund.
Portemonnaie mit englischen Pfund.
Bild: ZVG

Zum Wochenschluss stabilisierte sich die britische Landeswährung mit 1,2980 Dollar zwar etwas, blieb aber weiter unter der Marke von 1,30 Dollar. So wenig war das Pfund zuletzt 1985 wert gewesen. Zum Franken notierte das Pfund bei 1,2714.

Seit dem Votum der Briten für einen Ausstieg aus der EU vor rund zwei Wochen beläuft sich das Minus auf dreizehn Prozent. Händler warten nun mit Hochspannung auf die Entscheidung der Bank of England in der kommenden Woche. Viele rechnen mit einer Senkung des Leitzinses von derzeit 0,5 Prozent, um konjunkturbremsenden Effekten eines Brexit entgegenzuwirken. Das würde das Pfund weiter schwächen.

Stratege Sam Lynton-Brown von BNP Paribas rechnet mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. So ein Schritt sei zu ungefähr 70 Prozent in den momentanen Marktpreisen berücksichtigt. "Wenn es eintritt, wird Sterling noch stärker unter Druck geraten."

Die Talfahrt könnte nach Meinung der meisten Marktteilnehmer in den kommenden Monaten bis auf 1,20 Dollar gehen. Die Analysten von der ING-Bank sehen diese Marke im Oktober erreicht. Die größten Risikofaktoren für das Pfund seien Herunterstufungen der Bonität Großbritanniens durch Ratingagenturen, ein mögliches schottisches Unabhängigkeitsreferendum, Finanzierungsprobleme angesichts des großen britischen Bilanzdefizits und der Verlust des Status als Weltreservewährung, fasst ING zusammen.

"Es gibt Gerüchte im Devisenhandel, dass das Pfund auf Parität zum Dollar fallen könnte", schrieb der Chef des Brokerhauses ETX Capital, Andrew Edwards in einem Marktkommentar. "Auch wenn das nicht unmöglich ist, scheint es mit Blick auf die momentanen Kurse doch ein wenig weit hergeholt." 

(Reuters)