«Angst-Barometer» macht Börsianer nervös

Die gestiegene Nervosität an den Finanzmärkten spiegelt sich auch an den sprunghaft gestiegenen Volatilitätsindizes. In der Schweiz notiert dieser «Angst-Barometer» auf dem höchsten Stand seit fünf Monaten.
27.02.2013 02:26
Von Pascal Meisser
Dank Italien kommt wieder Bewegung in die Börsen.
Dank Italien kommt wieder Bewegung in die Börsen.
Bild: Bloomberg

In den letzten 24 Stunden ist die Angst und Nervosität unter den Anlegern massiv angestiegen, wie die jüngste Entwicklung der Volatilitätsindizes in den USA, Europa und der Schweiz zeigen. An der Schweizer Börse SIX kletterte der VSMI, der die Schwankungsbreite des Swiss Market Index misst, über 10 Prozent auf 15,75 und damit auf den höchsten Stand seit Anfang September 2012.

Auch gegenüber den Tiefstständen vom Januar, als der Index bei rund 12 Punkten lag, hat sich der VSMI deutlich gelöst. Damals notierte der Index auf einem Fünf-Jahres-Tief. Von einer Panikstimmung sind die Börsen allerdings noch weit entfernt. Beim Börsen-Crash vom August 2011 schnellte der VSMI auf fast 50 Zähler hoch. 

VIX mit höchstem Tagesanstieg seit August 2011

Auch in Deutschland ist in den so genannten Angst-Barometer Bewegung gekommen. Der VDAX sprang um über 17 Prozent auf 25, was sogar dem höchsten Stand seit sechs Monaten entspricht. Ende Januar war der VDAX auf gegen 12 Punkte gesunken. Und in den USA ist der VIX, der die Schwankungsbreite im S&P-500-Index misst, gar um 35 Prozent auf 19,18 Punkte in die Höhe geschnellt. Das entspricht dem höchsten Tagesanstieg seit August 2011, als sich weltweit die Börsen auf Crashkurs befanden. 

Der Volatilitätsindex gibt an, mit wie grossen Schwankungen die Anleger an den Aktienmärkten rechnen. Eine stark anziehende Volatilität deutet darauf hin, dass die Angst der Anleger vor Kursverlusten zunimmt. In langweiligen Börsenphasen ohne grössere Kursausschläge sinkt der Wert zumeist. Die Volatilität ist auch der Gradmesser für die Preisbildung von Optionen. Je tiefer die Volatilität, desto günstiger können Anleger derivative Produkte kaufen. Nimmt die Volatilität hingegen zu, verteuern sich die Preis für Calls, Puts und Konsorten.