Anhaltender Gewittersturm für Vekselberg?

Schon seit Wochen bekundet die Aktie eines traditionsreichen Schweizer Industriekonzerns sichtlich Mühe. Ein Analyst rechnet nun sogar mit einer ungebremsten Fortsetzung der Talfahrt.
19.08.2014 08:19
Von Lorenz Burkhalter
Der russische Oligarch Viktor Vekselberg hat bei Sulzer das Sagen.
Der russische Oligarch Viktor Vekselberg hat bei Sulzer das Sagen.
Bild: Bloomberg

Das hatte sich der russische Milliardär Viktor Vekselberg vermutlich anders vorgestellt: Selbst unter Miteinbezug der Dividendenzahlungen erwies sich sein Einstieg bei Sulzer im April 2007 zu einem Kurs von 173 Franken bestenfalls als Nullsummenspiel. Gestern Montag ging die Aktie bei 118,90 Franken aus dem Handel. Alleine seit Jahresbeginn entspricht das einem satten Minus von 17 Prozent.

Und darf man dem für die Credit Suisse tätigen Analysten Glauben schenken, ist das untere Ende der Fahnenstange damit noch lange nicht erreicht. In einer aktuellen Unternehmensstudie nimmt er die Abdeckung der Aktie mit einer "Underperform" lautenden Verkaufsempfehlung und einem 12-Monats-Kursziel von 98 Franken auf. Mit anderen Worten: Der viel beachtete Studienverfasser rechnet mit einem weiteren Rückschlag im Umfang von gut 17 Prozent.

Noch immer viele Fragezeichen

Dem Analysten zufolge befindet sich Sulzer derzeit inmitten eines grundlegenden Transformationsprozesses. Mit raschen Erfolgen sei allerdings nicht zu rechnen, so das ziemlich ernüchternde Urteil. Die Massnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur seien bisher ohne offensichtliches Resultat geblieben.

Gleichzeitig macht der Studienverfasser bei den Kunden aus der Öl- und Gasindustrie nur bedingt Investitionsbereitschaft aus. Diese beschränke sich auf einige wenige Bereiche, was eine erfolgreiche Transformation beim Winterthurer Industriekonzern zusätzlich erschwere.

Kann Sulzer Ende November die Gemüter besänftigen?

Kurzfristig werde Sulzer die Markterwartungen erreichen können. Die Gewinnschätzungen seiner Berufskollegen für die kommenden zwei Jahre seien hingegen zu optimistisch angesetzt, so der Analyst weiter. Nach dem Verkauf der Tochter Metco an OC Oerlikon verfüge das Unternehmen über finanziellen Spielraum für grössere Firmenübernahmen. Aufgrund des eher verhaltenen Leistungsausweises aus der Vergangenheit erachtet man diesen Faktor bei der Credit Suisse allerdings als einen Gefahrenherd.

Am 25. November wird Sulzer den diesjährigen Investorentag abhalten. Der Studienverfasser geht davon aus, dass der neue CEO an diesem Tag neue Mittelfristziele kommunizieren wird. Diese könnten wiederum darüber entscheiden, in welche Richtung sich die Aktie des sich im Turnaround befindlichen Unternehmens danach entwickeln werden.