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Anlagechef Moz Afzal - «Die Erholung der Bankaktien ist nicht nachhaltig»

Bleiben die Finanzmärkte volatil, bleibt auch die Schweizer Börse attraktiv, sagt EFG-Anlagechef Moz Afzal im cash-Börsen-Talk. Zudem äussert er sich über die amerikanische Fed und die Zukunft von Bankaktien.
31.01.2019 23:10
Von Ivo Ruch
Moz Afzal ist Anlagechef bei EFG Asset Management.
Bild: cash

Im internationalen Vergleich steht die Schweizer Börse momentan sehr gut da. Mit einem Kursplus von knapp 7 Prozent wird der Swiss Performance Index (SPI) im laufenden Jahr bloss von der US-Technologiebörse Nasdaq (+7,5 Prozent) und dem Hongkonger Hang Seng (+8,1 Prozent) geschlagen. Auch der Swiss Market Index (SMI) lässt mit 6,4 Prozent viele grosse Konkurrenten hinter sich.

Das dürfte sich so schnell nicht ändern, sagt Moz Afzal im cash-Börsen-Talk. "Solange die Stimmung volatil bleibt, wird die Schweizer Börse vergleichsweise stabil dastehen", so der Anlagechef von EFG Asset Management. Massgeblich daran beteiligt sind die relativ schwankungsresistenten Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche. Ihre Geschäfte rentieren auch, wenn sich die Konjunkturaussichten eintrüben. Gerade in den turbulenten Monaten des vierten Quartals 2018 zeigte sich diese Qualität erneut.

Im Gegensatz dazu steht die grosse Menge an kleinen und mittelgrossen Schweizer Aktien, die in den vergangenen Monaten stark unter Druck kamen. "Hier wird die Erholung mindestens noch drei bis sechs Monate weitergehen, auch weil die Bewertungen attraktiv sind", so Afzal. Tatsächlich hat der entsprechende Benchmark SPI Extra mit 9 Prozent seit Anfang Jahr noch mehr zulegen können als SPI oder SMI.

Blickt man auf die besten grossen Schweizer Aktien des noch jungen Jahres, haben Bankaktien wie Julius Bär und Credit Suisse oder Zykliker (LafargeHolcim, Adecco, Richemont) die Oberhand (cash berichtete). Moz Afzal ist aber nicht für beide Segmente gleich optimistisch. Er erwartet, dass das globale Wirtschaftswachstum gegen Ende Jahr und auch 2020 zunimmt. Und zwar aufgrund der Präsidentschaftswahlen in den USA. Mit Blick darauf dürften sich die Aussichten für die Wirtschaft aufhellen, weil Donald Trump für einen allfälligen Wahlsieg weitere Wachstumsimpulse versprechen würde, so die These. Das wiederum dürfte die konjunkturabhängigen Zykliker anschieben.

Bei den Banken bleibe die Situation hingegen herausfordernd, so Afzal. Global sind die Zinsen immer noch tief, die amerikanische Zentralbank macht bei den Zinserhöhungen ebenfalls eine Pause. "Das wird zwar etwas ausgeglichen durch starke Finanzmärkte. Aber nachhaltig ist die Erholung der Bankaktien nicht." Am Mittwoch überraschte die amerikanische Fed die Marktbeobachter mit einem sehr zurückhaltenden Zinsausblick. Ein Szenario weiter steigender Leitzinsen sei zuletzt schwächer geworden, sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell. 

Wieviele Zinsschritte macht die Fed 2019, und kommt es 2020 zu einer Rezession in den USA? Welche Anlageklasse bietet sich im derzeitigen Umfeld an, und was bedeutet Chinas Schwäche für die Luxusgüteraktien? Diese Fragen beantwortet EFG-Anlagechef Moz Afzal ebenfalls im cash-Börsen-Talk. Zum Video gehts hier.