Anlageklassen im Vergleich - Schweizer Aktien schlagen (fast) alles

Gold, Immobilien, Rohstoffe? Fehlanzeige! Kaum eine Anlageklasse hat in diesem Jahr für mehr Rendite gesorgt als Aktien kleiner Schweizer Firmen. Besser laufen bisher nur die Aktien einer anderen Region.
24.03.2017 06:42
Von Ivo Ruch
Die Schweiz beheimatet viele international erfolgreiche Firmen.
Die Schweiz beheimatet viele international erfolgreiche Firmen.
Bild: ZVG

Wie schon im Börsenjahr 2016 sind auch in den ersten drei Monaten von 2017 die Aktien kleiner und mittelgrosser Schweizer Unternehmen hervorragend unterwegs – das gilt auch im weltweiten Vergleich. Bei der Gegenüberstellung der wichtigsten globalen Anlageklassen aus Schweizer Sicht landen einheimische Small Caps seit Anfang Jahr auf Platz zwei.

Umgerechnet in Schweizer Franken konnte in den letzten drei Monaten nur mit Aktien aus Schwellenländern mehr Geld verdient werden (+9,4 Prozent). Auch Titel aus dem Pazifik-Raum (ohne Japan) und japanische Small Caps sind bislang äusserst gut unterwegs, wie die folgende Tabelle zeigt (zur vollständigen Statistik bei Hinder Asset Management gehts hier).

Top Ten der Anlageklassen seit Jahresbeginn 2017

Anlageklasse Performance in CHF, in %
Aktien Schwellenländer +9,4
Aktien Schweiz - Small Caps +8,2
Aktien Pazifik ex Japan +6,8
Aktien Schweiz - Large Caps +6
Goldpreis +5,7
Aktien USA - Technologie +5,6
Goldminen-Aktien +5,1
Immobilienfonds Schweiz +5,1
Aktien Japan - Small Caps +5
Aktien Europa - Small Caps +4,4

Quellen: Bloomberg, Hinder AM, cash.ch (Stand 22.03.17)

Der Höhenflug von Schweizer Nebenwerten dauert schon länger an. Firmen wie der Biochemie-Dienstleister Bachem, der Computerzubehör-Spezialist Logitech oder das Technologieunternehmen Comet konnten ihren Börsenwert in den letzten 52 Wochen verdoppeln. Auf der Suche nach Rendite floss in den zurückliegenden Jahren viel Geld in gut geführte, erfolgreich operierende KMUs. Auch der Marktanteil passiver Nebenwertefonds hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre auf 30 Prozent der investierten Vermögen verdoppelt, wie die UBS kürzlich ausrechnete.

Damit steht die Schweiz nicht alleine da. Auch Nebenwerte aus Japan und Europa reihen sich weit vorne in der Performance-Tabelle ein. Wie lange dieser Boom noch weitergeht, darüber sind sich die Experten allerdings uneinig. Die einen Stimmen warnen vor einem Höhenflug, der bald in Tränen enden wird. Andernorts werden immer optimistischere Prognosen gemacht. Für die Comet-Aktie etwa erhöhte ein Analyst unlängst das Kursziel auf 1400 Franken. Aktuell steht der Titel bei 1244 Franken.

Ebenfalls auffällig ist das starke Comeback Schweizer Large Caps. Die grosskapitalisierten Aktien von Nestlé, Novartis und Roche gehörten im vergangenen Jahr noch zu den grossen Enttäuschungen mit Kursverlusten von bis zu 15 Prozent (Roche). Doch in den vergangenen Monaten konnten zumindest Nestlé und Roche zu deutlichen Gegenbewegungen ansetzen. Der Swiss Market Index (SMI) steht aktuell 4,5 Prozent im Plus.

Schwellenländer im Aufwind

Das gute Abschneiden der Schwellenländer-Aktien ist zurückzuführen auf die Konjunkturerholung in Brasilien und Russland unterstützt durch das immer noch solide Wachstum in China. Die Aktienmärkte von China, Brasilien, Südkorea oder Taiwan haben denn im laufenden Jahr auch allesamt mehr als 10 Prozent zulegen können. Einzig in Russland scheint die Börseneuphorie abzuebben. Der gesunkene Erdölpreis hat die Moskauer Rally gestoppt. Der MSCI Russia steht 4 Prozent im Minus.

Die Tatsache, dass Rohöl 11 Prozent weniger kostet als zu Jahresbeginn, hat auch den globalen Rohstoffindex auf Talfahrt geschickt. In den USA läuft das Fracking wieder auf Hochtouren und sorgt auf dem Markt für eine Ölschwemme. Das wiederum drückt auf die Preise. Mit einem Minus von knapp 10 Prozent sind Erdgas, Rohöl und andere Rohstoffe somit die schlechteste Anlageklasse in diesem Jahr.

Die Währungsverschiebungen  wiederum zeigen sich im schwachen Abschneiden der Anlageklassen "Geldmarkt USD" und "Geldmarkt GBP". Gegenüber beiden Währungen hat der Schweizer Franken in jüngster Vergangenheit zugelegt. Die Dollarschwäche widerspiegelt unter anderem das zunehmende Misstrauen gegenüber Donald Trumps zukünftiger Wirtschaftspolitik. Und das britische Pfund leidet unter dem nahenden Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union. Hinzu kommen Pläne der schottischen Regierung erneut ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten.

Flop Ten der Anlageklassen seit Jahresbeginn 2017

Anlageklasse Performance in CHF, in %
S&P GSCI Rohstoff Index -9,9
Immobilien Japan -5,4
Geldmarkt USD -2,2
Obligationen USD -2
Aktien USA - Small Caps -1,6
Geldmarkt GBP -1,2
Obligationen EUR -1,2
Obligationen CHF -0,8
Immobilien Europa -0,7
Obligationen Global -0,7

Quellen: Bloomberg, Hinder AM, cash.ch (Stand 22.03.17)