Anlagenotstand - Grosse Investoren haben zu viel Geld

Wie viele andere Investoren verfügt die grösste private Pensionskasse in Finnland über mehr Geld, als sie investieren kann. Deshalb ist das Management zuversichtlich, dass die Preise für Anlagewerte, obwohl sie hoch sind, noch höher getrieben werden.
04.09.2017 14:04
Die Börse im Blick: Kursverlauf auf dem Bildschirm.
Die Börse im Blick: Kursverlauf auf dem Bildschirm.
Bild: pixabay.com

Die Märkte seien bereits "super teuer", sagt Reima Rytsola, Chief Investment Officer von Varma Mutual Pension Insurance. Aber damit ist noch nicht Schluss. "Es ist die Geschichte dieses Jahres, dass jeder auf eine Korrektur am Aktienmarkt zu warten schien, dann kommt eine Korrektur von 2 bis 4 Prozent, und dann wird wild gekauft", sagte Rytsola in einem Interview mit Bloomberg in Helsinki. "Investoren wie wir haben viel geparktes Geld, das in die riskanteren Märkte strömen wird, sobald es irgendeine Art von Korrektur gibt."

Varma, mit einem Anlagevolumen von 45 Mrd. Euro, aus dem ein Teil der gesetzlich festgelegten Pensionen für Angestellte bezahlt wird, hat seine Aktienanlagen im zweiten Quartal um 5 Prozent auf 38 Prozent verringert und dafür die Barposition erhöht. Der Grossteil erfolgte über ein Zurückfahren der US-Aktieninvestments, aufgrund von Bedenken über die Signale, die aus dem Weissen Haus kamen.

Varma hält etwa 40 Prozent seines Anlagevolumens in Festverzinslichen und hat 14 Prozent in Hedgefonds investiert, darunter die Blackstone und Bayview Asset Management. Varma ist in absoluten Zahlen der grösste Hedgefonds-Kunde unter den Pensionsfonds in der nordischen Region, laut Daten von Bloomberg. Allerdings geben nicht alle Fonds diese Informationen bekannt.

Ein stetiger Lauf der Aktien seit Februar 2016 ist nur durch kleine Dellen unterbrochen worden. Und jedes Mal wenn die Kurse sinken, werden Verluste bald wieder ausgeglichen, da Käufer, die bare Mittel loswerden wollen, zurück auf den Markt kommen, wie Rytsola sagte.

Die Unternehmensgewinne haben die Bewertungen bisher untermauert und "die Vielfachen sind in diesem Jahr ziemlich stabil", sagte er. "Die einzige Assetklasse, die nicht super teuer ist, sind Aktien."

(Bloomberg)