Anleger flüchten in Gold und Franken

Die Explosionen am Brüsseler Flughafen und einer Metrostation haben Anleger am Dienstag aufgeschreckt. Sie verkauften Aktien und den Euro und nahmen Kurs auf «sichere Häfen» wie Gold, Anleihen oder Schweizer Franken.
22.03.2016 11:38
Der Franken wird am Dienstag wieder zum «sicheren Hafen» für die Anleger.
Der Franken wird am Dienstag wieder zum «sicheren Hafen» für die Anleger.
Bild: cash

Dagegen verloren Dax und EuroStoxx50 jeweils 0,9 Prozent auf 9854 und 3021 Punkte. Der Leitindex der belgischen Börse büsste 0,7 Prozent ein. Der Euro verbilligte sich um rund einen halben US-Cent auf 1,1201 Dollar.

"Die Ereignisse erinnerten Investoren daran, geopolitische Risiken wie Terror-Attacken genau im Auge zu behalten", sagte Lorne Baring, Geschäftsführer des Vermögensverwalters B Capital. "In einer Zeit suboptimalen Wachstums in Europa und weltweit ist der Markt anfällig für von solchen Schocks ausgelöste Kursrückgänge."

Bei einer Serie von Explosionen in Brüssel am Dienstagmorgen kamen belgischen Medienberichten zufolge mindestens 13 Menschen ums Leben. 35 Personen seien schwer verletzt worden.

Fluggesellschaften leiden

Am Aktienmarkt warfen Investoren vor allem Touristik-Werte aus ihren Depots. Die Papiere von Lufthansa, Air France, die British Airways-Mutter IAG sowie der Billig-Flieger Ryanair und EasyJet fielen um bis zu 4,3 Prozent. Die Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook büssten bis zu 5,1 Prozent ein und die Hoteliers Accor und Intercontinental rutschten um bis zu 3,8 Prozent ab. Der europäische Branchenindex notierte 2,1 Prozent im Minus.

"Die tragischen Ereignisse in Brüssel haben eine Flucht in die Qualität ausgelöst", sagte Anlagestratege Nick Stamenkovic vom Brokerhaus RIA Capital Markets. "Das sehen wir am Anleihemarkt." Investoren griffen vor allem zu Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Zwei-Wochen-Tief von 0,183 Prozent. Im Gegenzug stieg der Bund-Future, der auf diesen Titeln basiert, um bis zu 63 Ticks auf 163,05 Punkte.

Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich in der Spitze um 1,3 Prozent auf 1259,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Am Devisenmarkt standen die Währungen der Schweiz und Japans hoch im Kurs. Der Euro fiel zeitweise auf 1,0875 Franken und 124,64 Yen - jeweils den tiefsten Stand seit etwa zwei Wochen.

(AWP)