Anleger gehen vorsichtig ins Wochenende

Händler sprechen von Vorsicht vor dem Wochenende, die nicht zuletzt mit einem schwächelnden US-Dollar zu erklären ist.
19.08.2016 12:40
Unsicherheiten über eine mögliche Zinsveränderung in den USA lassen die Anleger im SMI vorsichtig werden.
Unsicherheiten über eine mögliche Zinsveränderung in den USA lassen die Anleger im SMI vorsichtig werden.
Bild: cash

"Der Dollar hat in dieser Woche zum Franken geschwächelt", erklärt ein Händler im Gespräch mit AWP. Der Grund dafür sei das anhaltende Hin und Her bei der US-Notenbank Fed. Dort sorgten "die unterschiedlichen Aussagen von Falken und Tauben für eine erhöhte Unsicherheit bei den Marktteilnehmern", so der Händler weiter. Womöglich könne aber bereits in der kommenden Woche die renommierte Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole dem Markt eine klarere Richtung geben.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.00 Uhr 0,91% tiefer bei 8'123,00 Punkten. Sein Wochenminus liegt aktuell bei etwas mehr als 2%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,81% auf 1'217,85 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80% auf 8'839,80 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 28 im Minus und nur Aryzta (+0,6%) und Syngenta (+0,03%) leicht bis minimal im Plus.

Unter den Blue Chips büssen gegen Mittag vor allem einige Finanztitel deutlich ein. So führen die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,8%), der Versicherer Zurich (-1,5%) und Swiss Re (-1,3%) und die Papiere der Grossbank CS (-1,1%) die Verlierer-Liste an. Dazu gesellen sich Zykliker wie ABB (-1,4%) und Adecco (-1,3%).

Zurückhaltung bei Zurich und ABB

Sowohl beim Versicherer Zurich als auch beim Industriekonzern ABB sorgen aktuelle Analystenkommentare für Zurückhaltung. So hat Kepler Cheuvreux die Aktien der Zurich Group auf 'Reduce' von 'Hold' abgestuft. Trotz der zuletzt etwas besseren Zahlen werde der Versicherer es schwer haben, das hohe Kursniveau zu rechtfertigen, heisst es. Gleichzeitig glaubt man bei Bernstein noch nicht an einen erfolgreichen Turnaround in der Schadensparte und senkt das Zurich-Kursziel.

Bei ABB hat die Investmentbank HSBC das Rating auf Hold von Buy gesenkt. So gebe es bei dem Unternehmen nach wie vor Unsicherheitsfaktoren und die aktuelle Bewertung lasse nur noch wenig Spielraum nach oben zu.

Die drei Schwergewichte Novartis, Nestlé (beide -0,8%) und Roche (-0,7%) bewegen sich in etwa mit dem Markt. Von ihren Vortagesgewinnen haben die Anteilsscheine von Nestlé somit etwa die Hälfte bereits wieder abgegeben. Zahlreiche Analysten haben an diesem Freitagmorgen mit erhöhten Kurszielen auf die Zahlenvorlage vom Vortag reagiert. Im Tenor loben alle Experten die breite geographische Aufstellung des Nahrungsmittelherstellers sowie seine umfangreiche Produktpalette.

Swisscom (-1,1%) schliessen hingegen an ihre Kursverluste vom Vortag an. Hier hat Barclays im Anschluss an die Veröffentlichung des Halbjahresberichts das Kursziel gesenkt. Die Zahlen des Telekomkonzerns hätten trotz des durchaus steigenden Wettbewerbsdrucks auf dem Schweizer Markt gezeigt, dass die Dynamik weiterhin stabil ist, so der Analyst. Im zweiten Halbjahr dürfte der Druck auf den EBITDA aber ansteigen.

Nach der Zahlenflut am Vortag, fällt das Aufkommen am breiten Markt zum Wochenschluss mit drei Quartalsberichten kleinerer Unternehmen mager aus. Der Handyanbieter Mobilezone (Aktie: +3,7%) hat mit seinen Halbjahreszahlen die Vorgaben der Analysten übertroffen. Die Aktien des Ostschweizer Nahrungsmittel-Herstellers Hügli (-1,1%) und das Immobilienunternehmen PSP Swiss Property (-0,5%) geben nach Zahlen ab.

Angeführt wird die Verliererliste unterdessen von New Venturetec (-7,3%), den Aktien von Wisekey (-5,7%) und der BVZ Holding (-3,7%). Am anderen Ende legen die Aktien von Mikron (+3,9%) deutlich zu. Die Anteilsscheine der Schweizerischen Nationalbank sind mit einem Plus von 3,3% ebenfalls unter den Top-Werten.

(AWP)