Anleger halten sich zurück - SMI tritt an Ort

Der Schweizer Aktienmarkt hat das Geschäft am Mittwoch mit etwas festeren Kursen eröffnet, ist im Anschluss daran aber in die Verlustzone abgeglitten.
19.10.2016 10:28
Kurse an der Schweizer Börse: Die Anleger sind am Mittwoch zurückhaltend.
Kurse an der Schweizer Börse: Die Anleger sind am Mittwoch zurückhaltend.
Bild: cash

Der Leitindex SMI legt somit vorerst eine Verschnaufpause ein, nachdem er tags zuvor beinahe 1% dazugewonnen hatte. Händler sprechen dennoch von einem insgesamt "guten" Marktumfeld, das von steigenden Ölpreisen und neuen Wirtschaftsdaten aus China gestützt werde. Die Anleger hielten sich jedoch mit Blick auf den weiteren Verlauf im Rennen um das Präsidentenamt in den USA sowie weiteren anstehenden Konjunktur- und Unternehmensnews vorerst noch zurück.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus China seien "mit Beruhigung" aufgenommen worden, heisst es. Die chinesische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal wie erwartet und wie auch schon im Vorquartal mit 6,7%. Dabei seien die von der Regierung angestrebten Wachstumsziele erreicht worden, was den höheren Staatsausgaben sowie der lockeren Geldpolitik zuzuschreiben sei, erklärten Ökonomen. Belastend wirkten dagegen die zuletzt schwachen Exporte. Bereits blicken die Anleger aber auf das dritte und letzte TV-Duell im US-Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und ihrem republikanischen Widersacher Donald Trump. Ebenfalls nach Börsenschluss dürfte der jüngste Fed-Konjunkturbericht, das Beige Book, Beachtung finden.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,14% tiefer bei 8'063,19 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,15% auf 1'240,14 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,15% auf 8'804,72 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 22 im Minus, sechs im Plus und die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis tendieren seitwärts.

Zykliker und Finanzaktien unter Druck

Unter Druck stehen bei den Blue Chips insbesondere Zykliker und Finanzaktien. Dabei weiten Kühne+Nagel (-0,8%) die Kursabgaben, welche das Geschehen am Dienstag nach der Zahlenvorlage zum dritten Quartal geprägt hatten, aus. In der Folge senkt die Bank Vontobel das Kursziel für den Logistiker. Die Markterwartungen seien mit den Ergebnissen verfehlt worden und hätten für eine negative Überraschung gesorgt, zieht der zuständige Analyst Fazit.

Weitere konjunktursensitive Titel wie Aryzta, ABB oder Sika (je -0,7%) stehen ebenfalls unter Druck, aber auch im Finanzsektor kommt es bei Zurich Insurance oder Julius Bär (aus -0,7%) zu Gewinnmitnahmen. Die Aktien der Grossbanken UBS (-0,3%) und Credit Suisse (+0,3%) tendieren derweil uneinheitlich. News gibt es in Sachen Bussenzahlungen. Dabei hat sich die CS laut Agenturmeldungen mit den italienischen Behörden wegen Beihilfe zur Steuerumgehung von Kunden offenbar auf eine Busse von rund 100 Mio EUR geeinigt.

Unter leichtem Abgabedruck stehen Nestlé (-0,2%), während Novartis und Roche auf der Stelle treten. Die Roche-Genussscheine profitieren dabei kaum von der FDA-Zulassung des Medikaments Tecentriq in einer weiteren Indikation zur Behandlung von speziellem Lungenkrebs. Die Zulassung sei am Markt erwartet worden, so ein Händler. Sowohl Roche als auch Nestlé werden am (morgigen) Donnerstag Quartalszahlen vorlegen.

Adecco gesucht

Deutlich fester tendieren Adecco (+2,6%). Die Aktien des Personalvermittlers profitieren von Hochstufungen durch CS (auf 'Outperform') und Kepler Cheuvreux ('Buy'). Der aktuelle Preis trage der nachhaltigen Dividende und dem Geschäftswachstum nicht ausreichend Rechnung, heisst es etwa. Klar festere Kurse sind auch bei Dufry (+1,0%) und Geberit (+0,6% auf 429,70 CHF) zu sehen. Letztere werden von Kepler weiterhin zum 'Kauf' empfohlen, dies mit einem um 25 CHF auf 475 CHF erhöhten Kursziel.

Im breiten gefassten Markt klettern Barry Callebaut um 3,1% in die Höhe, dies nach einer von Kepler vergebenen 'Kaufempfehlung'. Positiv vermerkt wird hierzu, dass der Schokoladenproduzent unter dem neuen CEO Antoine de Saint-Affrique den Fokus verstärkt auf die Profitabilität sowie die Cash-Flow-Generierung gelegt habe.

Helvetia gewinnen 1,4%. Die Aktie sei wegen des hochmargigen Nicht-Leben-Geschäfts in der Schweiz ein exzellentes Investment, heisst es bei Baader Helvea. Das Institut hat das Rating auf 'Buy' angehoben.

(AWP)