Anleger hoffen auf Fortsetzung der Weihnachtsrally

In den letzten Handelstagen vor Weihnachten können Anleger Experten zufolge auf weitere Kursgewinne hoffen.
17.12.2016 14:04
Nimmt die Schweizer Börse denn Schwung mit in die letzte Woche vor Weihnachten?
Nimmt die Schweizer Börse denn Schwung mit in die letzte Woche vor Weihnachten?
Bild: cash

Die aktuelle Rally habe aber eine Kehrseite, warnte Otmar Lang, Chef-Volkswirt der Targobank. "Je mehr von der 'Trump-Dividende' bereits in den diesjährigen Kursen enthalten ist, desto geringer fällt die Aktienperformance in 2017 aus."

Unter anderem dank Spekulationen auf einen Wirtschaftsboom unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump legte der Swiss Market Index (SMI) in den letzten vier Wochen um 4,1 Prozent zu. In der abgelaufenen Woche legte er 1,6 Prozent zu.

Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg hält ein vorzeitiges Ende der Weihnachtsrally am Aktienmarkt für möglich. Seiner Einschätzung nach dürften manche Anleger nun die Gelegenheit nutzen, um Kasse zu machen. "Dieses Mal scheint Sicherheit vorzugehen."

US-Geldpolitik bleibt beherrschendes Thema

Auch nach der allgemein erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) sorgt deren Geldpolitik für reichlich Gesprächsstoff. Börsianer rätseln, ob die Fed 2017 wie angedeutet wirklich drei weitere Schritte folgen lässt. Die Experten der Rabobank äussern sich skeptisch. Schliesslich habe die Zentralbank im laufenden Jahr den Schlüsselsatz nur einmal statt der zunächst geplanten vier Mal angehoben. Enttäuschende Zahlen zur Kauflaune der US-Verbraucher könnten die Zweifler am Donnerstag bestärken. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

Am Dienstag stehen in der Schweiz die Zahlen für den Aussenhandel inklusive den Uhrenexporten für den Monat November an. Am Freitag wird der KOF Konjunkturbarometer etwas Aufschluss darüber geben, wie es der Schweizer Wirtschaft geht.

Italien weiter im Blick - Börsen teilweise geschlossen

Bei den Unternehmen stehen erneut die Finanzwerte im Rampenlicht. Anleger hoffen auf eine rasche Sanierung der kriselnden italienischen Institute unter der neuen Regierung in Rom. Diese will Insidern zufolge den Geldhäusern, die nicht ausreichend Geld bei privaten Investoren auftreiben können, mit bis zu 15 Milliarden Euro unter die Arme greifen.

Am Tag vor Heiligabend schliesst die Londoner Börse ihre Pforten vorzeitig. In Tokio ruht der Handel am Freitag wegen des Geburtstags des japanischen Kaisers komplett. Drei Tage vorher berät die Bank von Japan (BoJ) über ihre Geldpolitik. Da sich die Märkte in den vergangenen Wochen in ihrem Sinne entwickelt hätten, seien keine Veränderungen zu erwarten, sagte Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

(Reuters)