Anleger an Schweizer Börse halten sich zurück

Die Schweizer Börse ist mit leichten Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Händler erklären, die Anleger hielten sich angesichts der unsicheren Aussichten über die weitere Geldpolitik der Notenbanken zurück.
24.10.2016 11:05
Vorsicht ist Trumpf an der Schweizer Börse am Montagmorgen.
Vorsicht ist Trumpf an der Schweizer Börse am Montagmorgen.
Bild: cash

Der SMI legt bis 11 Uhr 0,1 Prozent auf 8039 Punkte zu. Am Freitag war der Leitindex um 0,4 Prozent abgesackt und hatte damit die vierte Woche in Folge Kursverluste verbucht.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht weiter die US-Notenbank Fed, von der viele Investoren - abhängig von der Wirtschaftsentwicklung - eine Zinserhöhung im Dezember erwarten. "Nach wie vor wird die Frage, ob es in den USA zu einer wirtschaftlichen Beschleunigung kommt oder nicht kontrovers diskutiert", erklärten die Experten der Zürcher Kantonalbank. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung liege bei rund 65 Prozent und dürfte im Vorfeld der Fed-Sitzung im Dezember auf bis zu 80 Prozent steigen.

Die Aussicht auf höhere Zinsen stützt Bankaktien: Entsprechend zählen die Titel von Credit Suisse und UBS mit einem Plus von 2,3 und 1,1 Prozent zu den grössten Gewinnern im Leitindex. Credit Suisse profitieren zudem von einer Höherstufung von Kepler Cheuvreux auf "Buy" von "Hold". Steigende Zinsen schürten die Hoffnung auf wieder anziehende Renditen für die Banken, erklären die Experten.

Syngenta stürzen nach Zweifeln an Übernahme ab

Für Aufsehen sorgen die Aktien von Syngenta mit einem Minus von 6,2 Prozent. Grund dafür waren Zweifel am Zustandekommen der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Pflanzenschutzkonzerns durch Chemchina, sagen Händler. Nach Angaben der EU-Wettbewerbsbehörde hat der chinesische Konzern keine Zugeständnisse gemacht, um Bedenken von Aufseher bei der Übernahme zu zerstreuen. Syngenta erklärte, die Gespräche mit den Aufsehern dauerten an. Die Firma wolle am Dienstag weitere Details bekanntgeben.

Zyklische Werte zählen durchwegs zu den Gewinnern - allen voran die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont mit einem Plus von je 1,2 Prozent. Der Personalvermittler Adecco, der Elektronikkonzern ABB und die Sanitärtechnikfirma Geberit legen jeweils um rund ein halbes Prozent zu. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim ist 1,2 Prozent im Plus.

Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis sind 0,3 Prozent im Minus bzw. gehalten. Roche hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für einen Test zur Prüfung von Blutspenden erhalten. Novartis will am Dienstag seinen Zwischenbericht vorlegen. Analysten erwarten für das dritte Quartal einen leichten Gewinnrückgang. Die ebenfalls schwergewichtete Nestlé-Aktie legt 0,2 Prozent zu.

(Reuters)