Anleger an Schweizer Börse setzen auf Clintons Wahlsieg

Die Schweizer Börse hat am Montag auf breiter Front kräftig zugelegt. Die Märkte nähmen zu einem grossen Teil einen Wahlsieg Hillary Clintons bei den US-Präsidentenwahlen vorweg, sagen Händler.
07.11.2016 17:40
In den USA wird noch gewählt, für die europäischen Anleger steht Hillary Clinton als US-Präsidentin schon fest.
In den USA wird noch gewählt, für die europäischen Anleger steht Hillary Clinton als US-Präsidentin schon fest.
Bild: Bloomberg

Die Wende in der E-Mail-Affäre um Clinton habe eine Erleichterungsrally ausgelöst. "Es dreht sich alles um die US-Wahlen. Und das wird sich wohl erst nach Mittwoch ändern", sagt ein anderer Börsianer.

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 1,9 Prozent auf 7735 Punkte. Dies ist der stärkste Anstieg an einem Tag seit mehr als zwei Monaten. Der Leitindex hatte nach einer wochenlangen Baisse am Freitag auf dem tiefsten Stand sei Ende Juni geschlossen, als das überraschende Votum der Briten für einen Austritt ihres Landes aus der EU für Turbulenzen gesorgt hatte.

Die Chancen für einen Wahlsieg Clintons werden nun deutlich besser eingeschätzt, nachdem am Wochenende die US-Bundespolizei FBI die kürzlich eingeleiteten Ermittlungen gegen Clinton eingestellt hatte. Nun liege Clinton wieder klar vor dem für die Republikaner antretenden Immobilien-Milliardär Donald Trump, heisst es. Die ehemalige Aussenministerin war in den vergangenen Monaten wegen der Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails immer wieder unter Druck geraten. "Entwarnung für Clinton bedeutet Entwarnung für die Börse", sagt ein Portfolio-Manager.

Bankaktien europaweit nachgefragt

Die stärksten Gewinne verbuchen europaweit Bankaktien. Der europäische Branchenindex rückt 2,5 Prozent vor. Die Titel von Credit Suisse, Julius Bär und UBS legen 3 bis 4 Prozent zu. HSBC hat die UBS-Aktien auf ihre Liste "Europe Super Ten" gesetzt. Zudem kann sich die Grossbank gegen die Lieferung von Kundendaten nach Frankreich wehren.

Die Versicherungswerte tendieren ebenfall fester, bleiben aber hinter den Bankaktien zurück. Swiss Life und Zurich Insurance gewinnen vor den am Mittwoch und Donnerstag anstehenden Quartalsberichten 3 und 2,5 Prozent.

Auf Erholungskurs sind auch die schwergewichtigen Pharmatitel. Die Kurse von Novartis und Roche steigen um 1,7 und 2 Prozent. Die Actelion-Aktien ziehen 1,3 Prozent an. Das Medikament Macitentan erreichte nach Angaben der Biotech-Firma in einer Phase-II-Studie bei Patienten mit inoperabler chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie das Hauptziel.

Die Titel von Nestlé, einem weiteren Index-Schwergewicht, rücken 0,9 Prozent vor und hinken damit dem Markt klar hinterher.

Lafarge-Holcim nach Kaufempfehlungen stark gesucht

Kräftige Kursgewinne gab es bei den Anteilen zyklischer Firmen. Kaufempfehlungen der ZKB und von Exane BNP schoben die Titel des Zementkonzerns Lafarge-Holcim 4,5 Prozent hoch. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sowie der Chemiefirmen Syngenta und Lonza und der Sanitärtechnikfirma Geberit gewinnen 1,5 bis 2,3 Prozent.

Adecco legen 1,1 Prozent zu. Der Personalvermittler veröffentlicht am Dienstag den Quartalsbericht. Analysten erwarten mehr Umsatz und einen Gewinn von 210 Millionen Euro nach einem Verlust von 513 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Am breiten Markt stechen die Anteile von VAT mit einem Plus von 2,7 Prozent heraus. Berenberg hat das Kursziel erhöht.

Kleiner Kurssprung bei Ypsomed

Ypsomed klettern um 5,6 Prozent auf 187,50 Franken. Credit Suisse hob das Kursziel für die Aktien der Medizintechnikfirma auf 215 von 205 Franken an.

TechnologieTitel wie AMS, U-blox und Logitech setzen den Erholungstrend fort.

Zu den wenigen Aktien mit Kursabschlägen zählen die Anteile von Zehnder. Der Heizkörperhersteller hat sein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen.

Die Anteile von Burckhardt geben 0,3 Prozent nach. Der Kompressorenhersteller legt am Dienstag den Zwischenbericht vor.

(Reuters)