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Anleger sollten sein wie der FC Basel

«Buy low, sell high»: Der Fussballclub Basel macht den Anlegern seit Jahren vor, wie man erfolgreich investiert.
28.01.2014 01:55
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: cash

"Fussballspieler sind nicht mit Aktien zu vergleichen", sagte Bernhard Heusler, Präsident des FC Basel, vor zwei Jahren in einem Interview mit cash.ch. Spieler seien keine Ware, sondern Menschen und die wichtigsten Mitarbeiter im Unternehmen Fussballclub.

Natürlich sind die Spieler keine Aktien per se. Und auch der Wert der Fussballspieler erscheint in der Regel nicht in den Bilanzen der Vereine. Dennoch sind Spitzenfussballspieler Wertanlagen. Sie garantieren in den meisten Fällen Verkaufserlöse, die einem Verein wie dem FCB konstante Spitzenleistungen auf nationaler Ebene, dann und wann ausserordentliche Leistungen auf internationaler Ebene und ein überdurchschnittliches Budget erlauben. Und Fussballspieler sind insbesondere dann Spekulationsobjekte, wenn sie (teilweise) fremdfinanziert zu einem Verein stossen. Investoren hoffen auf eine kräftige Wertsteigerung des Spielers und satte Gewinne bei einem Verkauf.

Mohamed Salah vom FC Basel ging letzte Woche für rund 20 Millionen Franken an den englischen Spitzenverein Chelsea. Gekauft wurde der junge Ägypter vor eineinhalb Jahren für 2 Millionen Franken. Salahs Wert wäre bis Ende Saison wohl gesunken, da der FCB nicht mehr im Rampenlicht der Champions League mitspielt, in der Salah für Furore sorgte. Also handelte der FCB.

Andere Beispiele? Xherdan Shaqiri: Vom Dorfclub SV Augst zu den FCB-Junioren geholt, 2012 für 15 Millionen Franken an den FC Bayern München verkauft. Granit Xhaka, ebenfalls ein Eigengewächs. 2012 für 10 Millionen an Borussia Mönchengladbach verkauft. Aleksander Dragovic: Gekauft 2011 von Austria Wien für eine Million Franken, verkauft 2013 für 10 Millionen Franken an Dynamo Kiew. Samuel Inkoom: Geholt für 700'000 Franken aus Ghana, verkauft für 7 Millionen in die Ukraine.

"Buy low, sell high". Es ist nicht bloss die alte Börsenwunschregel, welche Anleger vom FCB-Transfergeschäft lernen können. Es sind auch: Gutes Timing, ein unsentimentales, schnelles und maximiertes Profit-Taking, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Und die Reinvestition der Gewinne in unterbewertete und unentdeckte Anlagen. Das geht dann und wann in die Hosen. Wie beim FCB auch schon mal.