Anleger trennen sich von US-Börsenlieblingen

In den letzten Tagen fielen in New York mehrere Börsenlieblinge in Ungnade. Sind die vorwiegend aus der Hedgefonds-Industrie eintreffenden Verkäufe ein Vorbote für eine Korrektur am US-Aktienmarkt?
08.11.2013 08:49
Von Lorenz Burkhalter
Jüngstes bei den Anlegern in Ungnade gefallenes Opfer: Die Aktie des Elektroautomobilherstellers Tesla.
Jüngstes bei den Anlegern in Ungnade gefallenes Opfer: Die Aktie des Elektroautomobilherstellers Tesla.
Bild: cash

Während der amerikanische Aktienmarkt von einem Rekord zum nächsten klettert, bekunden viele Börsenlieblinge sichtlich Mühe. Die Liste der in Ungnade gefallenen Unternehmen wird immer länger: Nach Herbalife sind auch andere bei Momentum-Investoren beliebte Aktien wie die von Netflix oder Facebook mittlerweile deutlich von ihren Jahreshöchstkursen zurückgefallen. Jüngstes Opfer ist die Aktie des mit technischen Problemen kämpfenden Elektroautomobilherstellers Tesla.

Marktbeobachtern zufolge treten bei allen diesen Aktien erstmals seit Monaten wieder Hedge Fonds als aggressive Verkäufer in Erscheinung. Über die Hintergründe dieser Verkaufstransaktionen lässt sich vorerst nur spekulieren. Entweder stellen diese Hedge Fonds ihre Hausse-Engagements glatt oder aber sie spekulieren mit Leerverkäufen gezielt auf tiefere Kurse.

Droht eine Korrektur an den Börsen?

Eine weitere Theorie besagt, dass Hedge Fonds und andere Momentum-Investoren in ihren Aktienportfolios Platz für heisse Börsengänge wie zuletzt den des Nachrichtendienstes Twitter machen. Auch das würde durchaus Sinn machen, haben die Aktien von Börsendebütanten bisher doch ihr mit Abstand stärkstes Jahr seit der Technologieblase von Ende der Neunzigerjahre. Licht dürften erst die an der New Yorker Börse alle zwei Wochen veröffentlichten Handelsstatistiken in diese Angelegenheit bringen.

Und obschon der Kursrückschlag bei einigen Börsenlieblingen wie Tesla oder Facebook auf hausgemachte Probleme zurückführen sind, lösen die bei immer mehr Aktien der Stunde zu beobachtenden Abgaben Ängste aus. Denn in der Vergangenheit waren die Börsenlieblinge oft ein guter Gradmesser für die Stimmung unter den Marktteilnehmern. Und diese scheint in der Tat immer mehr zu kippen. Oder wie Händler im Fachjargon sagen: «Die Sardinen beginnen zu riechen.» - Bleibt zu hoffen, dass der Rückschlag bei den Aktien der Stunde nicht zum Vorboten für eine tiefergreifende Korrektur an der Börse in New York verkommt.