Anleger verkaufen Aktie von Swiss Re

Der Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal 2016 erwartungsgemäss wegen höherer Kosten für Naturkatastrophen ein gegenüber dem Vorjahr klar tieferes Ergebnis erzielt. Die Aktie verliert an Wert.
29.07.2016 09:17
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Bild: Bloomberg

Der Gewinn steht bei 637 Mio USD nach 820 Mio USD in der Vorjahresperiode, teilt Swiss Re am Freitag mit. Topline ist Swiss Re gewachsen: Die verdienten Prämien der Gruppe nahmen auf 8,18 Mrd von 7,14 Mrd zu. Wachstumstreiber war die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C), wo die Nettoprämien laut den Angaben vor allem aufgrund grosser und massgeschneiderter Transaktionen in den USA und Europa auf 4,1 Mrd angewachsen sind.

Allerdings verschlechterte sich die Combined Ratio in der P&C-Sparte um knapp 8 Prozentpunkte auf 101,0 Prozent. Belastet hätten Unwetterkosten in Europa und den USA sowie im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe im kanadischen Fort McMurray oder den Erdbeben in Japan und Ecuador. Die Belastung wird insgesamt auf rund 350 Mio USD geschätzt.

Im zweitgrössten Teil Life&Health (L&H) nahm das Ergebnis auf 173 Mio USD (VJ 277 Mio) ab bei einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Eigenkapitalrendite von 10,1 Prozent (Ziel: 10-12 Prozent). Im Erstversicherungsgeschäft Corporate Solutions verschlechterte sich die Combined Ratio stark auf 112,7 Prozent gegenüber 97,3 Prozent im Vorjahr.

Combined-Ratio-Prognose untertroffen

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe im zweiten Quartal eine annualisierte Rendite von 3,7 Prozent nach 4,2 Prozent in der Vorjahresperiode. Das Eigenkapital stieg seit Jahresbeginn um 3,4 Mrd auf 35,8 Mrd USD. Die annualisierte Eigenkapitalrendite wird mit 7,2 Prozent (VJ 9,5 Prozent) angegeben.

Die Swiss Re hat mit den Quartalszahlen die Vorgaben der Analysten mit dem Gewinn und dem Prämienvolumen übertroffen, lag aber mit den Angaben zu der Combined Ratio dahinter zurück. Im Vorfeld wurde im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Gewinn von 594 Mio USD und verdienten Prämien von 7,58 Mrd gerechnet. Das Combined Ratio für P&C wurde bei 99,7 Prozent und für Corporate Solutions bei 98,8 Prozent erwartet.

Weiter Preisrückgang

CEO Christian Mumenthaler spricht in der Mitteilung von einem "soliden Ergebnis", das von einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, höheren Schäden infolge von Naturkatastrophen und gemeldeten Grossschäden in Corporate Solutions geprägt war. Das Umfeld werde unter anderem wegen der tiefen Zinsen anspruchsvoll bleiben.

In der Juli-Erneuerungsrunde, wo Verträge in Nord- und Südamerika im Vordergrund stehen, nahm das Volumen des zu erneuernden Geschäfts um 10 Prozent zu. Dabei habe sich die Preisqualität weiterhin bei 102 Prozent bewegt, so die Mitteilung. Der Preisrückgang im Sachgeschäft setze sich fort, weshalb die Naturkatastrophenkapazität in bestimmten Segmenten reduziert worden sei.

Seit Anfang Jahr ist der Kurs der Swiss-Re-Aktie um 16 Prozent gesunken, während der SMI um rund die Hälfte nachgegeben hat.

(AWP/cash)