Anleger zur Börseneröffnung unentschlossen

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt zum Handelsbeginn kein einheitliches Bild. In der Schweiz und in anderen Ländern stehen Zinsentscheidungen an, während sich der breite Markt mit der AFG-Looser-Industriefusion beschäftigt.
15.09.2016 09:32
Überraschend starker Anstieg im Kurs der Credit-Suisse-Aktie.
Überraschend starker Anstieg im Kurs der Credit-Suisse-Aktie.
Bild: cash

Vorbörslich sah es nach einem Minus aus, nach Handelsstart bewegt sich der SMI aber leicht ins Plus: Der Kursgewinn beträgt 0,06 Prozent auf 8168 Punkte. Damit würde der Schweizer Leitindex SMI seine Verlustserie beenden, nachdem fünf Handelstage in Folge Verluste verzeichneten. Die Vorgaben aus Übersee bieten kaum Unterstützung: An den US-Börsen schmolzen die Gewinne in der zweiten Handelshälfte komplett zusammen und die führenden Indizes schlossen im Minus. Aus Asien kommen dagegen gemischte Signale.

Mit den geldpolitischen Entscheidungen der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England stehen an diesem Tag einmal mehr geldpolitische Entscheidungen im Fokus des Marktgeschehens. Von der SNB erwarten Analysten keinerlei Kursänderungen. Da der Euro-Wechselkurs seit längerem ziemlich stabil knapp unterhalb der 1,10er-Marke notiert und die EZB zuletzt die Füsse still gehalten hatte, dürfte der Handlungsdruck auch nicht sonderlich gross sein.

Dagegen hatte Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed für erhöhte Unsicherheit bei den Investoren gesorgt und sich entsprechend auf das Marktgeschehen ausgewirkt.

Banken im Plus

ABB (-0,4 Prozent) fallen ins Minus, auch die Zykliker Geberit und Givaudan (je -0,2 Prozent) stehen unter negativen Vorzeichen. Julius Bär (+0,7 Prozent) und die Grossbanken Credit Suisse (+1,2 Prozent und UBS (+0,7 Prozent) steigen, nachdem sie vorbörslich alle im Minus gestanden hatten. Im Bankensektor hatte zuletzt die US-Grossbank Wells Fargo für negative Presse gesorgt. Sie ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen eines Skandals um Scheinkonten ins Visier der US-Justiz geraten.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,1 Prozent), Novartis (-0,3 Prozent) und Roche (-0,4 Prozent) entwickeln sich uneinheitlich. Dabei hatte es zu Novartis am Morgen einen durchaus positiven Kommentar von Kepler Cheuvreux gegeben. Die zuständigen Analysten weisen dabei auf den anstehenden ECTRIMS-Kongress hin, bei dem der Konzern mit neusten Daten zu seinem Produktkandidaten BAF312 gegen multiple Sklerose punkten könnte.

AFG-Looser-Deal sorgt für starke Ausschläge

Die Ostschweizer Industriefusion sorgt für deutliche Ausschläge bei den Beteiligten: Die Übernahmepläne bekommen AFG nicht gut, die Aktie fällt um 11,4 Prozent. Das Ziel der Transaktion, die Industriegruppe Looser, verbucht dafür ein Plus 21,5 Prozent im Plus.

Beim Schokoladehersteller Barry Callebaut (+2,3 Prozent) honorieren die Investoren vorbörslich die Nachricht, dass die Zusammenarbeit mit Mondelez International in Belgien ausgebaut wird.

(cash/AWP)