Hügli meint

Ansprüche an die UBS steigen massiv

Die UBS büsst ihren Strategiebonus gegenüber der Konkurrenz spürbar ein. Der Druck, mehr zu liefern, nimmt zu.
03.05.2016 12:02
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: Geri Born

Die Aktionäre und das Management der UBS werden am Dienstag kalt geduscht. Die Aktie bricht an der Börse um 8 Prozent ein. Kaum eine international tätige Grossbank musste heuer nach der Bekanntgabe der Erstquartalsergebnisse an der Börse so untendurch wie die UBS.

Dabei waren die Erwartungen bereits tief. Schon bei den US-Grossbanken brachen die Handelserträge wegen der hohen Risikoaversion der Investoren im ersten Quartal um einen Viertel ein. Die Resultate der UBS waren auch nicht abgrundtief schlecht, wie die UBS-Kursentwicklung am Dienstag vermuten lässt. Das belegt etwa der überraschend hohe Neugeldzufluss.

Doch die Investoren bemängeln ausgebliebene und weiterführende Kostensenkungsmassnahmen. Obwohl die UBS betont, sie werde die angestrebten Kostensparziele bis Mitte Jahr erreichen. Die Investoren mäkeln an den Kapitalquoten herum, die stärker rückläufig waren als erwartet. Bereits wird um die Höhe der Dividende gefürchtet.

Und die Beobachter kritisieren das Ergebnis der Vermögensverwaltung, dem erklärten Herzstück der nicht mehr so neuen UBS-Strategie. Hier hat sich der Vorsteuergewinn halbiert, er blieb auch um über 100 Millionen Franken unter den Erwartungen.

Die Investoren drehen bei der UBS mittlerweile jeden Stein um. Die negative Reaktion der Aktie ist nicht anders als mit massiv gestiegenen Erwartungen des Marktes an die UBS zu erklären. Die UBS hat ihren Vorsprungsbonus, den sie von den Investoren mit der Strategieänderung und dem Ausbau der Vermögensverwaltung erworben hatte, aufgebraucht.

Der zunehmende Druck vom Markt verheisst nichts Gutes für die UBS-Arbeitnehmer. Der Kostendruck bleibt hoch, und wir werden wohl auch in den nächsten Monaten über verschiedene inoffizielle Kanäle über Personalmassnahmen von Opfikon bis London hören.

Ob das der Aktie helfen wird, die in diesem Jahr schon 20 Prozent verloren hat, bleibt zweifelhaft. Das Umfeld spricht nicht dafür. Ein Umfeld, vom dem die UBS selber sagt, dass es sich in naher Zukunft kaum ändern werde.