Anziehender Ölpreis hebt Schweizer Börse

Die Erholung des Ölpreises und anderer Rohstoffe haben der Schweizer Börse am Montag Auftrieb gegeben.
22.02.2016 17:35
Hoch hinaus: Die Schweizer Börse am Montag.
Hoch hinaus: Die Schweizer Börse am Montag.
Bild: cash

Der Leitindex SMI steigt bis Börsenschluss um 1,3 Prozent auf 7961 Zähler und setzt damit die Erholung der Vorwoche fort. Die mehr psychologisch als charttechnisch wichtige Hürde von 8000 Punkten erwies sich laut Händlern aber zunächst noch als etwas zu hoch. "Dafür braucht es einen zweiten Anlauf", sagt ein Börsianer.

Enttäuschende Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone schürten die Hoffnung auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank. In der Euro-Zone verliert die Erholung zunehmend an Kraft. Die Geschäfte wuchsen im Februar so schwach wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Positiv aufgenommen wurden die höheren Ölpreise. Dadurch würden die Sorgen etwas gemildert, dass der zuletzt rasante Ölpreisverfall zahlreiche US-Förderfirmen in die Pleite treiben könnte, heisst es im Markt.

Technische Erholung

Nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist die Erholung vor allem technischer Natur. Es sei wenig wahrscheinlich, dass die Märkte das Kursniveau vom Jahresanfang rasch wieder erreichen würden. Die hohe Volatilität werde vorderhand anhalten.

Die Aktien von EFG International stürzen um 9,1 Prozent ab. Der Vermögensverwalter übernimmt die Tessiner Privatbank BSI für 1,33 Milliarden Franken von der brasilianischen BTG Pactual. Der Kaufpreis werde in bar und in EFG-Aktien beglichen, teilten die beiden Banken mit. "Da Kaufkandidaten nicht auf Bäumen wachsen, dürfte der Deal aus Sicht von EFG Sinn machen", schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). "Der Druck kommt vor allem von der Kapitalerhöhung", sagt ein Händler. EFG will die Übernahmen unter anderem mit einer 500 Millionen schweren Kapitalerhöhung finanzieren.

Die Papiere der Konkurrentinnen Julius Bär und Vontobel rücken um 1,2 und 1 Prozent vor. Bei den Aktien der Grossbanken sind Credit Suisse um 2,1 Prozent höher und UBS stechen mit plus 3 Prozent heraus.

Die Titel der Cembra Money Bank sind gehalten. Die Kreditbank veröffentlicht am Dienstag ihren Jahresabschluss.

Die Assekuranzwerte verbuchen Zugewinne von 1 bis 2 Prozent. Die Papiere von Swiss Re steigen am Tag vor der Bilanzvorlage um 2 Prozent. Von Reuters befragte Analysten erwarten für 2015 eine Gewinnsteigerung um gut 30 Prozent.

Lafarge-Holcim auf Erholungskurs

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmakonzerne Roche und Novartis gewinnen rund 1,5 Prozent. Jefferies hat die beiden Titel zum Kauf empfohlen. Die Aktien von Nestlé legen 0,4 Prozent zu.

Die Anteilscheine zyklischer Firmen tendierten mehrheitlich ebenfalls höher. Die arg gebeutelte Aktie von Lafarge-Holcim gewinnt 2,4 Prozent. Händler sagten, ein positiver Artikel im Anlegermagazin "Barron's" habe bei dem Zementkonzern Käufer angezogen.

Clariant verzeichnen ein Plus von 3,7 Prozent auf 16,46 Franken. Morgan Stanley stuft den Chemiewert mit einem Kursziel von 20 Franken mit der Empfehlung "Overweight" ein.

Die Partizipationsscheine von Schindler ziehen um 1,4 Prozent an. Der Broker Kepler Cheuvreux hat die Aktie auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

Gewinnmitnahmen drücken am breiten Markt im späten Handel die Aktien von Newron um 2,2 Prozent. Die Anteile der Biotechnologiefirma waren zunächst kräftig gestiegen wegen der Mitteilung, dass Newron zusammen mit ihrem Partner Zambon das Mittel Xadago (Safinamide) in Spanien für die Behandlung von Patienten im mittleren bis späten Stadium der Parkinson-Krankheit auf den Markt bringen kann. Xadago ist in der Schweiz und in Deutschland bereits auf dem Markt.

(Reuters)