Anziehender Ölpreis stützt US-Börsen

Die US-Börsen haben am Mittwoch ihre Erholung fortgesetzt. Vor allem der erneute Anstieg der Ölpreise um rund 6 Prozent habe die Kurse gestützt, sagten Händler.
17.02.2016 22:45
Ein Hoch auf den steigenden Ölpreis: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
Ein Hoch auf den steigenden Ölpreis: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
Bild: Bloomberg

Auslöser dafür war unter anderem die Erklärung des Iran, die Pläne der Ölförderländer zur Deckelung der Produktion zu unterstützen. Schon zuletzt hatte sich Öl angesichts des von Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela ausgearbeiteten Vorhabens deutlich verteuert. Das hatte auch die Kurse an den Aktienmärkten angetrieben, weil damit die Sorgen geringer wurden, dass viele Ölfirmen pleite gehen und Banken dadurch auf milliardenschweren Kreditforderungen sitzenbleiben könnten.

Auch gute US-Konjunkturdaten sorgten für Kauflaune: Die Unternehmen fuhren ihre Produktion zu Jahresbeginn mehr als doppelt so kräftig hoch wie erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 16'454 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 16'217 und 16'486 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 1,7 Prozent auf 1926 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,2 Prozent zu auf 4534 Stellen. Es war an der Wall Street der dritte Handelstag in Folge mit steigenden Kursen.

Ölfirmen und Banken im Aufwind

Aktien von Ölfirmen gehörten zu den Gewinnern. Exxon kletterten um 1 Prozent, Chevron um 4,1 Prozent. Auch Banken fanden sich auf den Kaufzetteln. J.P. Morgan gewannen 0,7 Prozent, Goldman Sachs 1,3 und Bank of America 2,5 Prozent.

Die Papiere des Uhrenherstellers Fossil verteuerten sich um 29 Prozent. Das Unternehmen hat im vergangenen Quartal die Erwartungen von Anlegern und Analysten übertroffen.

Keine Reaktion auf Fed-Protokoll

Keine Kursreaktionen gab es auf das im Handelsverlauf vorgelegte Protokoll der US-Notenbank-Sitzung von Ende Januar. Aus dem Papier geht hervor, dass die Fed erwägt, angesichts der Konjunkturabkühlung in China und der Turbulenzen an den Finanzmärkten bei Zinserhöhungen langsamer als ursprünglich geplant vorzugehen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 2562 Werte legten zu, 528 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,27 Milliarden Aktien 2057 im Plus, 768 im Minus und 139 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Händler sagten, angesichts der kräftig steigenden Kurse am Aktienmarkt sei derzeit der "sichere Hafen" der Bonds mit seinen geringen Renditen nicht gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen verringerten sich um 10/32 auf 98-11/32. Sie rentierten mit 1,807 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 23/32 auf 96-15/32 und hatten eine Rendite von 2,671 Prozent.

(Reuters)