AOC - Sunrise-Aktionär macht gegen UPC-Übernahme Front

Mit dem aktivistischen Investor Active Ownership Capital spricht sich ein weiterer grosser Sunrise-Aktionär gegen die vom Mobilfunkanbieter geplante Milliardenübernahme des Kabelnetzbetreibers UPC aus.
12.09.2019 12:54
Hauptsitz der Sunrise an der Binzmühlestrasse in Zürich Oerlikon.
Hauptsitz der Sunrise an der Binzmühlestrasse in Zürich Oerlikon.
Bild: cash / pz

"Wir glauben, dass die Transaktion zwei bis 2,5 Milliarden Franken zu teuer ist", sagte AOC-Partner Florian Schuhbauer am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Sunrise sollte mit Liberty massiv nachverhandeln oder noch lieber den Deal ganz sein lassen." AOC werde die 6,3-Milliarden-Franken-Übernahme nicht unterstützen. Die Luxemburger Beteiligungsgesellschaft habe in den vergangenen zwei Wochen zwei ausführliche Treffen mit dem Sunrise-Management gehabt. "Wir konnten sie nicht überzeugen, wesentlich vom bestehenden Plan abzuweichen."

Gegen den Kauf von UPC vom US-Kabelriesen Liberty Global ist schon der grösste Sunrise-Aktionär, die deutsche Freenet, auf die Barrikaden gegangen. Weil auch andere Aktionäre dagegen sind, erwägt das Unternehmen nun Änderungen an der Finanzierung. Nachverhandlungen lehnt Liberty Global jedoch ab.

Freenet hält rund ein Viertel der Sunrise-Anteile. AOC habe inzwischen eine "nennenswerte", aber unter drei Prozent liegende Position. "Wir möchten unsere Beteiligung aufstocken", sagte Schuhbauer. Dies sei aber eine Frage des Preises. AOC habe vor, bei Sunrise länger investiert zu bleiben.

Schon vor dem Einstieg im Frühjahr habe sich AOC monatelang mit Sunrise beschäftigt. Das Management leiste operativ sehr gute Arbeit. Zudem sei der Schweizer Mobilfunkmarkt unter anderem wegen der branchenfreundlichen Regulierung europaweit, wenn nicht sogar weltweit, der attraktivste. Dank weiteren Marktanteilsgewinnen und Kostensenkungen könne Sunrise das bereinigte Betriebsergebnis von bis zu 628 Millionen Franken im laufenden Jahr aus eigener Kraft deutlich steigern.

Showdown an der ausserordentlichen Generalversammlung

"Wir haben Sunrise ausführlich analysiert und sind zuversichtlich, dass die Firma in zwei bis drei Jahren ein Ebitda von 750 Millionen Franken erreichen kann." Dies würde eine Erhöhung der Dividenden-Ausschüttung auf rund sechs von derzeit 4,20 Franken ermöglichen. "Ausgehend von einer Dividende von sechs Franken kann die Aktie unserer Ansicht nach 120 Franken erreichen." Die Sunrise-Titel notierten am Mittag mit 76,55 Franken. Dagegen glaube AOC nicht, dass UPC den Turnaround schaffen werde.

Die UPC-Übernahme steht und fällt mit einer für Herbst geplanten ausserordentlichen Generalversammlung, auf der die Aktionäre grünes Licht für eine 4,1 Milliarden Franken schwere Kapitalerhöhung geben sollen. AOC habe mit vielen anderen grossen Anlegern gesprochen. "Bis auf ein paar kleinere Schweizer Investoren kennen wir keine Anleger, die den Deal gut zu finden", sagte Schuhbauer. "Wenn man die Meinungen anderer Investoren auswertet und zusammenzählt, kommt man schnell auf 40 oder 45 Prozent, die dagegen sind."

Auf der Aktionärsversammlung rechne AOC mit einer Präsenz zwischen 65 und 75 Prozent. Die Hälfte der anwesenden Eigner muss sich für die Kapitalerhöhung aussprechen. Der Aktivist hat seinen Worten nach Verständnis für das Anliegen eines anderen Aktionärs, Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und ein weiteres Verwaltungsratsmitglied abzuwählen.

AOC ist vor allem bekannt für einen Vorstoss beim deutschen Generikahersteller Stada, wo der Investor vor einigen Jahren gegen den damaligen Aufsichtsratschef der Firma mobil gemacht hatte und andere Aktionäre überzeugen konnte, diesen abzuwählen. Damals stieg AOC mit einem grossen Kursgewinn nach kurzer Zeit wieder aus.

Dies sei aber die Ausnahme, sagte Schuhbauer. "Wir haben üblicherweise einen Anlagehorizont von drei bis sieben Jahren." Ziel sei es, das eingesetzte Kapital alle drei bis fünf Jahre zu verdoppeln. Derzeit halte der Fonds acht Positionen. Das Anlagevolumen wollte er nicht offenlegen. Kunden seien wohlhabende Familien aus Europa und den USA sowie Pensionsfonds.

(Reuters)

 

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