Apple-Aktie wegen Billig-iPhone unter Druck

Seit vergangener Nacht ist es offiziell: Apple bietet in Zukunft auch eine Billig-Version des iPhone an. Der dennoch hohe Verkaufspreis setzt der in New York gehandelten Aktie sichtlich zu.
11.09.2013 15:42
Von Lorenz Burkhalter
Mit den hohen Verkaufspreisen für das Billig-iPhone hat Apple in den Schwellenländern schlechte Karten.
Mit den hohen Verkaufspreisen für das Billig-iPhone hat Apple in den Schwellenländern schlechte Karten.
Bild: Bloomberg

Vergangene Nacht stellte Apple  die neuste Generation des iPhone vor. Grössere Überraschungen blieben allerdings aus, decken sich die Leistungsmerkmale des Geräts doch mit den Erwartungen.

Darüber hinaus stellte das amerikanische Kultunternehmen auch gleich eine Billig-Version des beliebten Smartphones vor. Anders als das reguläre Modell kommt die Billig-Version nicht in einem Aluminium- sondern in einem Plastikgehäuse daher.

Allerdings hat dieses vor allem für die Schwellenländer entwickelte Gerät seinen Preis: In Kombination mit einem Mobilfunkvertrag kostet die 16GB-Version zwar nur 99 Dollar und die 32GB-Version 199 Dollar. Ohne Vertrag liegen die Preise allerdings bei 549 und 649 Dollar.

Analysten sind mehrheitlich enttäuscht

In Analystenkreisen ist man sich einig, dass die teure Billig-Version in den Schwellenländern nicht wie warme Semmeln weggehen wird. Mit diesen Geräten werde Apple die Lücke im Produktangebot nicht schliessen können, so lautet der Tenor.

Auch die Differenzierungsmerkmale der neusten Produktgeneration weiss nicht so recht zu überzeugen. So schreibt der für Jefferies tätige Experte, dass sich das im Hochpreissegment angesiedelte Gerät mit dem Fingerabdruckscanner zwar von Konkurrenzprodukten abhebe. Ansonsten hielten sich die Differenzierungsmerkmale allerdings in Grenzen. Der Experte befürchtet bei Apple in Zukunft Druck auf die Margen. Nach der Produktpräsentation von vergangener Nacht sei beim einstigen Börsenliebling deshalb mit einer verhaltenen Kursentwicklung zu rechnen.

Ähnlich tönt es bei der UBS. Die Billig-Version des iPhone sei deutlich teurer als erwartet, was in Märkten wie China eine Subventionierung vermuten lasse. Ausserdem habe Apple wider anders lautenden Gerüchten anlässlich der Produktpräsentation keine Vertriebsvereinbarung mit China Mobile bekannt gegeben. Auch das sei enttäuschend.

In der Folge stuft die Credit Suisse die Apple-Aktie von "Outperform" auf "Neutral" zurück. Die UBS und Merrill Lynch reduzieren ihre Anlageempfehlung hingegen von "Buy" auf "Neutral". In New York verliert die Aktie zur Stunde 4,6 Prozent auf ein Tagestiefst von 472 Dollar.