ApplePay ist in der Schweiz angekommen

Das Bezahlsystem ApplePay kann ab heute Donnerstag in der Schweiz genutzt werden. Vorausgesetzt man hat das richtige Handy und die richtige Kreditkarte.
07.07.2016 09:25
Auch an den Kiosken von Valora kann ab sofort mit dem iPhone bezahlt werden.
Auch an den Kiosken von Valora kann ab sofort mit dem iPhone bezahlt werden.
Bild: ZVG

Apple Pay funktioniert grundsätzlich an allen kontaktlosfähigen Zahlterminals in der Schweiz. Mit dem iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPhone SE und der Apple Watch kann landesweit an  über 100'000 Zahlterminals bezahlt werden, die mit der Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstet sind.

Bei Apple Pay muss eine Kreditkarte hinterlegt werden. Danach funktioniert das Handy wie beim kontaktlosen Bezahlen mit der Kreditkarte. In der Schweiz können Kunden der Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard, die eine Karte von Bonuscard, Cornèrcard und Swiss Bankers besitzen, per sofort an ApplePay teilnehmen, wie es in entsprechenden Mitteilungen heisst.

Bei den über 1000 Valora-Verkaufsstellen k kiosk, Press & Books, avec, Spettacolo und Brezelkönig können die Kunden ihre Zahlungen mit der mobilen Lösung tätigen, wie der Mitteilung des Kioskbetreibers zu entnehmen ist. Apple Pay lasse sich einfach einrichten und Benutzer erhielten weiterhin alle mit Kredit- oder Kundenkarte verbundenen Prämien und Vorteile, schreibt Valora.

Klage gegen Apple eingereicht

ApplePay bedeutet eine Konkurrenz für die Schweizer Bezahl-App Twint, die im Herbst mit dem Konkurrenzprodukt Paymit zusammengeschlossen wird. Für die Lösung von Apple spricht, dass die Schweiz mit einem Marktanteil von gut 50% ein eigentliches "iPhone"-Land ist.

Obgleich die neusten iPhone-Modelle die sogenannte "Near Field Communication" (NFC) an Bord haben, verweigert Apple den App-Entwicklern bis anhin den Zugriff auf die Schnittstelle. Der Hersteller erlaubt nur Apple Pay die Kommunikation via NFC. Deshalb müssen Twint und Paymit bis auf weiteres auf andere Technologien ausweichen.

Bei Paymit etwa muss ein QR-Code eingescannt werden. Bei Twint werden Zahlungen über Bluetooth an einem eigenen Terminal an der Ladenkasse abgewickelt. Für den Fall, dass Apple seine Politik ändert, ist die neue Twint-App aber gerüstet und kann auch die Funktechnologie NFC integrieren.

Weil Apple andere Anbieter von Bezahllösungen aussperrt, hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) am Dienstag Klage bei der Wettbewerbskommission (Weko) eingereicht.

Hinter Twint stehen UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und ZKB die fünf grösstem Schweizer Banken, mit Coop und Migros die beiden grösstem Detailhändler und mit der Swisscom der grösste Telekomanbieter der Schweiz.

(AWP)