April-Zahlen - Inflation in Eurozone sinkt trotz lockerer Geldpolitik

Die Inflation im Euroraum hat sich trotz einer ultralockeren Geldpolitik im April abgeschwächt.
16.05.2018 11:10
Die Konsumentenpreise legten in der Eurozone im April unter Erwartung zu.
Die Konsumentenpreise legten in der Eurozone im April unter Erwartung zu.
Bild: pixabay.com

Die Konsumentenpreise legten nur noch um 1,2 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Im März hatte die Jahresinflationsrate noch bei 1,3 Prozent gelegen. Mit den Zahlen wurde eine erste Schätzung wie von Ökonomen erwartet bestätigt.

Noch deutlicher ging die Inflation zurück, wenn schwankungsanfällige Komponenten wie Energie, Lebens- und Genussmittel ausgeklammert werden. Die sogenannte Kerninflationsrate fiel von 1,0 Prozent im März auf 0,7 Prozent im April. Das ist der niedrigste Wert seit März 2017. Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt.

Weiter vom EZB-Ziel entfernt

Die Kerninflation wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) stark beachtet. Sie begründet auch mit dieser ihre ultralockere Geldpolitik. Insgesamt hat sich die Inflation im April weiter vom Inflationsziel der Notenbank entfernt. Sie strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an.

Im Vergleicht zum Vormonat stiegen die Konsumentenpreise im April um 0,3 Prozent. Ökonomen hatte dies erwartet. Die Kernkonsumentenpreise legten im Monatsvergleich um 0,2 Prozent zu.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,3 Prozent), Irland (-0,1 Prozent) und Portugal (+0,3 Prozent) gemessen. Die höchsten Raten wurden in der Slowakei (+3,0 Prozent) und Estland (+2,9 Prozent) verzeichnet. In Deutschland ging die Jahresrate von 1,5 Prozent im März auf 1,4 Prozent im April zurück.

(AWP)