Arabische Investoren an Einstieg bei Deutscher Bank interessiert

Die Hinweise auf einen möglichen Einstieg weiterer arabischer Investoren bei der Deutschen Bank verdichten sich.
20.10.2016 14:46
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Bei einer möglichen Kapitalerhöhung stünden neben den bisherigen Grossaktionären aus der katarischen Herrscherfamilie Al-Thani auch die Staatsfonds aus Katar und Abu Dhabi bereit, berichtet das "Manager Magazin" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf Bankenkreise. Zudem stehe ein Investor aus China bereit, um Aktien zu zeichnen. Zusammen wollten die Investoren ihren Anteil auf bis zu 25 Prozent schrauben. Bereits Anfang des Monats hatte der "Spiegel" über ein solches Interesse von Grossanlegern berichtet.

Aktie zieht an

Dem Aktienkurs der Bank tat die Meldung gut. Am Nachmittag lag das Papier fast zwei Prozent im Plus und war damit zweitbester Wert im Dax . Dem Institut droht in den USA eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell gut 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Die Bank hatte sich zuletzt zwar entschlossen gezeigt, die Summe noch erheblich zu drücken. Dennoch sind Anleger verunsichert. Die Befürchtung ist gross, die Rückstellungen des Dax-Konzerns könnten für die drohende Strafzahlung nicht reichen - zumal der US-Fall nicht das einzige juristische Problem ist.

Die Al-Thanis halten über zwei Investmentvehikel zusammen mit Optionen bereits rund zehn Prozent der Anteile an der Deutschen Bank. Sie hatten zuletzt bereits mit dem Rechtsanwalt Stefan Simon einen Vertrauten für den Aufsichtsrat vorschlagen dürfen. Laut "Manager Magazin" wollen die arabischen Investoren die Bank zum Festhalten am Investmentbanking bewegen. Allerdings sollen sie mit Vorstandschef John Cryan unzufrieden sein, schreibt das Magazin. Die Bank äusserte sich nicht zu den Gerüchten.

(AWP)