Arbeitsmarktbericht für den September - Hurrikans kosten die US-Wirtschaft viele Jobs

In der US-Wirtschaft sind wegen der Hurrikane «Harvey» und «Irma» erstmals seit sieben Jahren Stellen abgebaut worden.
06.10.2017 14:50
Wegen den Hurrikans im September (im Bild nimmt «Irma» Kurs auf die USA) gabs in den USA erstmals seit sieben Jahren wieder weniger Stellen als im Vormonat.
Wegen den Hurrikans im September (im Bild nimmt «Irma» Kurs auf die USA) gabs in den USA erstmals seit sieben Jahren wieder weniger Stellen als im Vormonat.
Bild: Nasa

Firmen und Staat zählten im September zusammen 33'000 Stellen weniger als im Vormonat, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Vor allem im Gastgewerbe und in der Freizeitbranche fielen Jobs weg. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit 90'000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank im September auf 4,2 Prozent, den niedrigsten Wert seit Februar 2001.

Die Wirbelstürme hatten vor allem in Texas und Florida gewütet. Dem Arbeitsministerium zufolge konnten wegen des schlechten Wetters 1,5 Millionen Beschäftigte nicht ihren Job antreten, während 2,9 Millionen zu Teilzeit gezwungen waren. Experten rechnen damit, dass die Delle nur vorübergehend ist. "Wir werden eine Menge Jobs zurückbekommen", sagt Ryan Sweet von Moody's Analytics. "Und ausserdem wird es zu Neueinstellungen kommen, die im Zusammenhang mit den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten stehen und bis Anfang 2018 reichen dürften."

Die US-Notenbank Fed soll Vollbeschäftigung fördern und hat dieses Ziel praktisch erreicht. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben und will bis zum Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt.

Tiefste Arbeitslosenquote seitn 16 Jahren

Die Arbeitslosigkeit ist im September auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Experten hatten dagegen mit einer Stagnation auf 4,4 Prozent gerechnet. Die Quote ist derzeit so niedrig wie seit 2001 nicht mehr. Angesichts der geringen Arbeitslosigkeit sprechen einige Fachleute von Vollbeschäftigung in der grössten Volkswirtschaft der Welt.

Stundenlöhne steigen stärker als erwartet

Deutlich stärker als erwartet gestiegen sind die Löhne und Gehälter im September. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten zum Vormonat um 0,5 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Dies ist der stärkste Zuwachs seit November 2008.

Ökonomen hatten im Mittel nur mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent gerechnet. Im August waren die Verdienste je Stunde nach revidierten Daten um 0,2 Prozent (zuvor 0,1 Prozent) gestiegen.

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Löhne im September um 2,9 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. Gerechnet wurde nur mit einem Zuwachs um 2,6 Prozent. Die Lohnentwicklung, die seit geraumer Zeit eher schwach ausfällt, spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

(Reuters/AWP)