Aromen- und Riechstoffe - Givaudan wächst kräftig - Aktie gibt Gewinne ab

Givaudan steigert den Umsatz auch im dritten Quartal kräftig. Der Aromen- und Riechstoffhersteller übertrifft dabei selbst die höchsten Analystenerwartungen. Dennoch kann die Aktie die frühen Kursgewinne nicht halten.
09.10.2018 13:26
Von Lorenz Burkhalter
Der Givaudan-Hauptsitz in Vernier.
Der Givaudan-Hauptsitz in Vernier.
Bild: ZVG

Nach einer überzeugenden ersten Jahreshälfte war die Frage nicht ob, sondern vielmehr in welchem Ausmass sich das Umsatzwachstum bei Givaudan im dritten Quartal verlangsamt.

Seit dem frühen Dienstagmorgen gibt es nun eine Antwort auf diese Frage: Der Aromen- und Riechstoffhersteller aus Genf steigerte den Umsatz organisch um 5,7 Prozent. Nach etwas mehr als 6 Prozent im zweiten Quartal, waren Analysten für das dritte Quartal von einem Wachstum von rund 5 Prozent ausgegangen.

Absolut betrachtet übertrifft der Quartalsumsatz selbst die höchsten Analystenschätzungen. Trotzdem gibt die Givaudan-Aktie ihre frühe Kursgewinne wieder preis. An der Schweizer Börse SIX verliert sie zur Stunde gar 2,8 Prozent auf 2328 Franken.

In einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank zeigt sich der Autor überrascht, dass sich im dritten Quartal trotz angesichts der klar anspruchsvolleren Vergleichsbasis aus dem Vorjahr keine Wachstumsverlangsamung einstellte. Die Wachstumsdynamik sei vor allem in den Wachstumsmärkten hoch und bei Givaudan weitaus höher als bei den grossen Kunden des Unternehmens.

Preiserhöhungen lassen sich vermutlich nur schwer durchsetzen

Dem ZKB-Analysten zufolge schnitten die Genfer insbesondere im Riechstoffsegment deutlich besser als erwartet ab. Er vermutet, dass auch Preiserhöhungen das Wachstum unterstützt haben können. Die Givaudan-Aktie wird bei der Zürcher Kantonalbank wie bis anhin mit "Übergewichten" zum Kauf empfohlen.

Gar beeindruckt vom anhaltend starken Umsatzwachstum zeigt sich der Berufskollege der britischen Grossbank Barclays. Seines Erachtens dürfte nicht zuletzt die Umstellung der Fakturierung in den Schwellenländern von lokalen Währungen auf Dollar geholfen haben, die Dynamik aufrecht zu behalten. Gleichzeitig befürchtet der Barclays-Analyst aber, dass Givaudan die rohstoffbedingten Preiserhöhungen nur langsam durchsetzen kann. Die Margenentwicklung dürfte im dritten Quartal deshalb wohl nicht mit der Umsatzentwicklung mitgehalten haben. Das Anlageurteil für die Aktie lautet folglich weiterhin "Underweight". Das Kursziel wird hingegen gerademal mit 1950 Franken angegeben.

Verlangsamung im Schlussquartal unausweichlich

Der Vontobel-Analyst findet hingegen Gefallen am anhaltend starken Absatz mit margenstarken Feinriechstoffen sowie an der Wachstumsbeschleunigung in Nordamerika. Auf Basis der starken Quartalsumsatzzahlen bekräftigt er seine Kaufempfehlung für die Givaudan-Aktie und nimmt gleichzeitig das Kursziel von 2500 Franken in positive Überprüfung.

Allerdings dürfte sich das Wachstum spätestens im angelaufenen vierten Quartal verlangsamen. Bei Kepler Cheuvreux verweist man in diesem Zusammenhang auf die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Im Geschäft mit Aromen steigerte Givaudan den Umsatz im Schlussquartal letzten Jahres um stolze 7,2 Prozent, im margenstarken Geschäft mit Riechstoffen gar um 11,6 Prozent. Damit scheint eine weitere Wachstumsdrosselung ziemlich wahrscheinlich.