Aryzta-Aktie auf Achterbahnfahrt

Aryzta wächst weniger stark als erhofft. Gerade in Nordamerika hatten sich Analysten deutlich mehr erhofft. Haussiers und Baissiers liefern sich einen erbitterten Schlagabtausch um die Aktie.
31.05.2016 12:57
Von Lorenz Burkhalter
Müssen beim organischen Umsatzwachstum kleinere Gipfeli backen: Die Aktionäre von Aryzta.
Müssen beim organischen Umsatzwachstum kleinere Gipfeli backen: Die Aktionäre von Aryzta.
Bild: ZVG

Der Fastfood-Riese McDonald's zählt ebenso zu den prominenten Grosskunden von Aryzta wie die Kaffeehauskette Starbucks. Allerdings will noch immer nicht so recht Schwung ins Nordamerika-Geschäft des Backwarenherstellers kommen.

Während andere Regionen in den Genuss einer organischen Wachstumsbelebung kamen, verschlechterte sich die Absatzsituation in Nordamerika im vergangenen Quartal aufgrund von Vertragserneuerung mit grossen Kunden.

Dadurch bleibt das organische Umsatzwachstum auch auf Gruppenebene hinter den Analystenerwartungen zurück.

Das sorgt auch bei den Anlegern für Verstimmung. Nachdem die Aryzta-Aktie in den vergangenen Wochen prozentual zweistellige Kursgewinne verbuchen konnte, verliert sie an der Schweizer Börse SIX zur Stunde noch 5 Prozent auf 39,44 Franken. Händler berichten von einem erbitterten Schlagabtausch zwischen Haussiers und Baissiers und starken Kursausschlägen in der Bandbreite von 38,89 bis 41 Franken.

Wird jetzt alles besser?

Überraschend wohlwollende Worte findet man bei der UBS Investmentbank. In einem Kommentar begrüsst der für die Schweizer Grossbank tätige Verfasser das wenn auch nur leichte organische Wachstum beim Backwarenhersteller. Dieses habe zumindest die bankeigenen Schätzungen erfüllt, so schreibt er weiter.

Was die Wachstumsflaute in Nordamerika anbetrifft, so geht der Analyst aufgrund wegfallender Vertragsneuverhandlungen in Zukunft von einer deutlichen Belebung aus. Positives gewinnt er auch den bestätigten Jahresprognosen ab, weshalb die Aryzta-Aktie weiterhin mit einem 12-Monats-Kursziel von 55 Franken zum Kauf empfohlen wird.

Erneut stehen Sonderkosten an

Sein Berufskollege von der Zürcher Kantonalbank stösst sich nicht nur am tiefer als erwartet ausgefallenen organischen Umsatzwachstum, sondern auch an den firmeneigenen Jahresprognosen. Auf Stufe des bereinigten Gewinns je Aktie liegen diese um rund 5 Prozent unter den bisherigen Prognosen. Allerdings decke sich dies bereits mit den Markterwartungen, so lässt der Experte seine Kunden wissen. Als enttäuschend bezeichnet er die erneuten ausserordentlichen Kosten, auch wenn er diese für erklärbar hält. Die Arzyta-Aktie wird bei der Zürcher Kantonalbank wie bis anhin nur mit "Marktgewichten" eingestuft.

Der Analyst von Baader Helvea bezeichnet die organische Umsatzentwicklung als "schwächlich" und beurteilt die angekündigten und auf Deutschland bezogenen Sonderkosten als negativ. Dennoch geht er nun von einer bereinigten Basis für das Fiskaljahr 2016/17 aus, von welchem er sich eine deutliche Verbesserung der Ertragslage erhofft. Nicht zuletzt deshalb empfiehlt er die Aktie weiterhin mit einem Kursziel von 60 Franken zum Kauf.