Aryzta-Aktien legen stark zu

Die Aktien von Aryzta legen im frühen Handel stark zu. Der schweizerisch-irische Backwaren-Hersteller hat am Vorabend die Nomination eines neuen Verwaltungsratspräsidenten bekannt gegeben.
23.09.2016 09:42
Ein Bäcker von macht für Aryzta Brote.
Ein Bäcker von macht für Aryzta Brote.
Bild: ZVG

Gary McGann wird an der nächsten Generalversammlung den aktuellen Amtsinhaber Denis Lucey ablösen. Zudem wird der bekannte Schweizer Anwalt Rolf Watter Mitglied des Leitungsgremiums. Analysten begrüssen den Schritt und erhoffen sich vom neuen Präsidenten ein Gegengewicht zum starken, aber sehr umstrittenen Management.

Aryzta notieren um 09.35 Uhr 5,8% höher bei 41,75 CHF (im bisherigen Hoch waren es gar 42,39 CHF), dies in einem insgesamt sinkenden Gesamtmarkt (SPI -0,6%). Auch die umgesetzten Volumen sind sehr hoch, bereits sind deutlich mehr Aktien gehandelt als im Tagesdurchschnitt der letzten Wochen.

Der Ire McGann ist derzeit Chairman von Paddy Power Betfair, einem an der Londoner Börse kotierten Wettspiel-Konzern. Im August 2015 hat er sich von seiner langjährigen Position als CEO bei Smurfit Kappa, einem irischen Unternehmen der Verpackungsindustrie, zur Ruhe gesetzt. Davor war er Group CEO bei Aer Lingus und CEO bei Gilbeys of Ireland.

Analysten begrüssen die CEO-Wahl

Analysten begrüssen, dass mit McGann und Watter erstens Kandidaten von aussen kommen und zweitens sehr erfahrene Persönlichkeiten. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Background sollten sie klar in der Lage sein, sich auf Augenhöhe mit dem CEO und dem CFO zu bewegen, heisst es in einem Kommentar von Baader Helvea. Und die Tatsache, dass etablierte Manager sich bereit zeigen, dem Aryzta-Verwaltungsrat beizutreten, könne ebenfalls als Zeichen des Vertrauens in die Zukunft und die Nachhaltigkeit von Aryzta bezeichnet werden. Gerade dies sei von Hedgefunds zuletzt stark in Frage gestellt worden, was sich auch daran zeige, dass weiterhin beträchtliche Short-Positionen bei Aryzta-Aktien gehalten würden.

Auch Kepler Cheuvreux glaubt, dass mit den neuen Leuten verlorenes Vertrauen wieder hergestellt werden kann. Die Analysten des Hauses sehen darin denn auch einen potentiellen Auslöser für eine deutlichen Kursanstieg. Die Aktie hat sich in etwas mehr als zwei Jahren mehr als halbiert; dies aufgrund von Bedenken bezüglich hoher Verschuldung, hohen Restrukturierungsaufwendungen, verloren Aufträgen und Fragezeichen in Sachen Akquisitionspolitik (Picard). Zuletzt musste auf Druck der Banken gar CEO Killian einen guten Teil seiner Aktien verkaufen, was den Aktienkurs nochmals verschärft unter Druck gebracht hatte.

(AWP)