Asiatische Börsen im Minus: Daten aus China keine Stütze

Trotz überraschend starker Zahlen von der chinesischen Industrie haben die asiatischen Aktienbörsen am Donnerstag überwiegend Verluste verzeichnet.
01.09.2016 08:28
Der Nikkei legte zwar leicht zu, ansonsten schlossen die Börsen in Asien aber meist negativ.
Der Nikkei legte zwar leicht zu, ansonsten schlossen die Börsen in Asien aber meist negativ.
Bild: Bloomberg

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe in der Volksrepublik signalisierte anders als erwartet ein Wachstum, was Experten als Hinweis auf eine Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft insgesamt werten. Dennoch war dies nicht genug, um die Märkte zu überzeugen. Investoren hätten auf die Statistik kaum reagiert, sagte Marktstrategin Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Zudem gab ein anderes Konjunkturbarometer für die zweitgrösste Volkswirtschaft nach.

Grössere Impulse dürfte es erst am Freitag geben, wenn Investoren weltweit gespannt auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten schauen. Sollten besonders viele Stellen geschaffen worden sein, könnte die amerikanische Notenbank Federal Reserve dies zum Anlass nehmen, die Zinsen bereits im September zu erhöhen. Fed-Mitglied Stanley Fischer hatte am Dienstag gesagt, die Währungshüter entschieden auf Grundlage von Daten.

Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans gab am Donnerstag um 0,2 Prozent nach. Der Leitindex für die Börsen Shanghai und Shenzhen verlor sogar 0,3 Prozent. In Tokio trat der Nikkei lange auf der Stelle, legte in den letzten Handelsminuten zu und schloss den Tag mit einem Plus von 0,2 Prozent. Händler gehen davon aus, dass es auch am Freitag keine grösseren Bewegungen mehr geben wird, weil die US-Statistik erst nach Börsenschluss in Tokio veröffentlicht wird.

Gefragt waren am Donnerstag vor allem Papiere von Banken. So legten die Aktien von Mitsubishi UFJ Financial um 1,8 Prozent zu. Händler sagten, die japanische Notenbank wolle die Auswirkungen ihrer ultralockeren Geldpolitik bewerten. Dies nähre die Hoffnung, dass sich die Währungshüter zu Hilfsmassnahmen für die Finanzinstitute entschliessen könnten.

Der Ölmarkt entspannte sich derweil. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,45 Prozent auf 47,10 Dollar. Die Preise für den Rohstoff waren gefallen, weil es in den USA überraschend hohe Lagerbestände gibt.

(Reuters)