Asien-Börsen uneinheitlich - US-Wahl polarisiert weiter

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag keine gemeinsame Richtung gefunden.
11.11.2016 08:14
Blick auf den Tokioter Bezirk Shinjuku mit den Vulkan Fuji-san im Hintergrund.
Blick auf den Tokioter Bezirk Shinjuku mit den Vulkan Fuji-san im Hintergrund.

Die japanische Börse legte in der Spitze um 1,6 Prozent zu. Die Gewinne bröckelten später zwar ab, der Nikkei hielt sich aber bis zum Handelsschluss im Plus. Für Aufwind sorgten Spekulationen auf grossangelegte Infrastruktur-Investitionen nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten.

Da die damit verbundenen höheren Ausgaben die Inflation anheizen könnten, machte die Aussicht auf steigende US-Zinsen Anleger an Märkten ausserhalb Japans nervös. Sie fürchten den Abzug ausländischen Geldes aus ihrer Region. Der Tokioter Leitindex schloss 0,2 Prozent höher bei 17.374 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte dagegen 1,2 Prozent im Minus.

Investmentstratege Norihiro Fujito von Wertpapierhändler Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities warnte vor Rückschlägen: "Ich bin mir sicher, dass die Investoren bald aus ihren Träumen erwachen und erkennen, dass Trump eine protektionistische Handelspolitik verfolgt, die für Japan nicht gut sein wird." Nachdem der Markt so stark zugelegt habe, rechne er mit baldigen Gewinnmitnahmen.

Doch zunächst profitierten japanische Finanzwerte von Spekulationen auf eine anziehende Inflation und damit raschere Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Die Aktien des Versicherer Dai-ichi Life schossen um fast neun Prozent in die Höhe, die Titel des Wettbewerbers MS&AD Insurance kletterten um 2,3 Prozent.

Toshiba-Aktien verteuerten sich um knapp ein Prozent. Der von einem Bilanzskandal erschütterte Elektronik-Konzern arbeitete sich im abgelaufenen Quartal operativ in die Gewinnzone vor. Eine hohe Nachfrage nach Speicherchips für Smartphones trieb das Geschäft an. Die Titel von Toyota legten zwei Prozent zu. Die Aktien des Autobauers profitierten wie andere Exportwerte vom schwächeren Yen.

Im fernöstlichen Devisenhandel notierte der Dollar bei 106,62 Yen. Der Euro gewann rund 0,2 Prozent auf 1,0909 Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9860 Franken je Dollar und bei etwa 1,0756 Franken je Euro.

(Reuters)